
Von den ausgetrockneten Flussbetten der Kalahari bis hinauf in die Chefetagen eines internationalen Diamantenkonzerns folgt Kubu, der eigentlich Detective David Bengu heißt und wegen seiner Leibesfülle den Spitznamen Kubu, zu Deutsch: Nilpferd trägt, den blutigen Spuren eines Falles, in den einflussreiche Personen verwickelt zu sein scheinen, die auch vor Mord nicht zurückschrecken.
Doch Kubu trägt seinen Spitznamen nicht umsonst: Das Nilpferd, scheinbar so gutmütig, ist eines der gefährlichsten und ausdauerndsten Tiere des Kontinents.
Tanja Werner, hat diesen Krimi -frisch aus der Druck-Presse- gelesen:
KUBU UND DER TOTE IN DER WÜSTE ist ein spannendes Verwirrspiel um Intrigen, Diamanten und eine Familientragödie.
Der sehr liebenswerte Detective David Bengu, Spitzname "Kubu“ spielt die (im wahrsten Sinne des Wortes) gewichtigste Rolle in diesem lesenswerten Krimi, dessen Handlung in Botswana (südliches Afrika) spielt.
Er kommt dabei besonders charmant weg, weil er vor, während und bei der Ermittlungsarbeit eigentlich immer nur an das eine denkt: Essen. Damit ist er auf Anhieb sehr sympathisch. Hin und wieder gibt es amüsante Text-Stellen, bei denen man schmunzeln muss, weil der gute Kubu schon wieder an Essen denkt. Es ist sehr berührend, mitzuerleben wie er sich wundert, dass außer ihm scheinbar niemand Hunger hat.
Kubu hat eine wirklich liebenswerte Familie. Seine Frau Joy umsorgt ihn liebevoll aber selbstbewusst, setzt ihn jedoch ständig auf Diät. Dem entgeht er geschickt bei seinen vielen Reisen für die Ermittlungsarbeit. Hin und wieder hilft sie ihm auch mit guten Ideen für den Fall. Er ist einer der seltenen Krimi-Helden, der eine glückliche Ehe mit viel gegenseitigem Respekt führt.
Im Verlauf der Krimi-Handlung sieht sich Kubu mit immer neuen „Opfern“ konfrontiert, während ihm die Täter abhanden kommen – dennoch lässt sich der Gourmand keinesfalls „die Butter vom Brot“ nehmen.
Vielleicht kann „Kubu“ es nicht mit einem „Robert Langdon“ aufnehmen, aber durch die
Strukturen einer großen Diamanten-Dynastie bewegt er sich geschickt, wenn auch nicht immer diplomatisch – und wird dabei nur ab und an von seinem Chef ausgebremst.Er liefert dem Leser durch seine manchmal etwas tollpatschig anmutende Aufklärungsarbeit immer wieder neue Theorien über vermeintliche Täter und Opfer; aber am Ende kommt es dann doch ganz anders …
Facettenreiche Charaktere und teilweise sehr plastische Schilderungen runden den Kriminal-Roman ab. Ich habe ihn fast komplett an einem Tag gelesen.
Persönliche Meinung: 4**** (von 5 möglichen)
EMPFEHLENSWERT, denn der Krimi, der der Erste einer Kubu-Krimi-Reihe ist, ist spannend und sehr unterhaltsam.
Den Autor Michael Stanley gibt es so übrigens nicht. Das Pseudonym setzt sich zusammen aus den emeritierten Professoren Michael Sears (Mathematiker, arbeitete zeitweise für eine Diamantenmine) und Slanley Trollip (Lernpsychologe), beide 1947 in Johannesburg geboren.
Gemeinsam unternahmen sie zahlreiche Safaris in Botswana und Simbabwe, bei denen ihnen die Idee für eine Krimi-Serie rund um den liebenswerten Detective Kubu kam.

Dem Foto (rechts Trollip, links Sears), das die Autoren freundlicherweise zum Download auf ihrer KUBU-Webseite zur Verfügung stellen, entnimmt man den typischen Humor der beiden ebenso, wie dem Radio-Interview mit Kubu, das sie dort veröffentlicht haben.
KUBU UND DER TOTE IN DER WÜSTE wurde inzwischen für den DEBUT DAGGER der Crime Writers’ Association (CWA) nominiert.
Am 28. Mai werden die Autoren nach Frankfurt/Main kommen und ihre neue Krimi-Reihe im SALON der Villa Orange vorstellen.
KUBU UND DER TOTE IN DER WÜSTE ist als gebundene Ausgabe mit 544 Seiten im Februar 2010 im Eichborn Verlag erschienen und ist HIER für 21,95 Euro erhältlich.








