Freitag, 29. September 2017

MYSTERIÖSE KRIMINALFÄLLE DER DDR – Im Fadenkreuz der Stasi & Tödliche Tabus / True Crime Reihe bei ZDFinfo

© ZDF und BStU/Nadine Grothkopp

TV-Tipp/TV-Kritik von Nicole Ludwig

In der Reihe "Mysteriöse Kriminalfälle der DDR" zeigt ZDFinfo morgen (30.09.17) ab 20:15 Uhr "Im Fadenkreuz der Stasi" &  "Tödliche Tabus". Danach in der Mediathek abrufbar.

Die Führung der DDR wollte nach außen einen Staat ohne Mord und Totschlag präsentieren. Verbrechen waren ein Tabu und offiziell gab es nur sehr wenige. Die Wahrheit sah jedoch ganz anders aus. 

Angehörige wurden vom Staat zum Schweigen gebracht. Die Stasi mischte sich ein, Untersuchungen und Fakten wurden manipuliert, vertuscht oder behindert. Wenn man sich die Zahlen anschaut, sieht man, dass Wunsch und Realität sehr weit auseinanderlagen. 

Zwischen 1969 und 1989 gab es 2263 Mord- oder Totschlagsfälle. Die Schuld hatte selbstverständlich, laut Aussage der Regierung, der Einfluss des Kapitalismus aus dem Westen. 

Häufig wurden Kriminalfälle komplett von der Stasi übernommen. Die Kriminalpolizei, die eigentlich zuständig war, wurde meist vollkommen aus den Fällen herausgehalten. Die technischen Möglichkeiten der Stasi waren immer hochmodern und es gab mehr als reichlich Mitarbeiter, die sich einem Fall widmen konnten.

Die Berichterstattung in der Presse wurde unterdrückt. Nur eine Nachricht sollte innerhalb und außerhalb der Landesgrenzen rüberkommem: "Die DDR ist sicher, hier bei uns gibt es so gut wie keine Kriminalität!"

Die Reihe MYSTERIÖSE KRIMINALFÄLLE DER DDR macht sehr deutlich, wie es in der DDR „hinter den Kulissen“ zugegangen ist. Es war nicht wichtig, den Täter zu finden. Es zählte nur, den Ruf der Staatssicherheit nicht zu gefährden.

Angehörige von Opfern wurden zum Schweigen verpflichtet und unter Druck gesetzt. Aussagen wie „Wollen Sie ihren Sohn nicht endlich in Frieden ruhen lassen?“ setzten die Menschen unter psychischen Druck. Teilweise wurden sogar manipulierte (angebliche) Beweise vorgezeigt um die Mitschuld eines Opfers deutlich zu machen. 

Außerdem fand man Methoden, die Angehörigen zu isolieren. So wurden z.B. die Briefe ganzer Stadtteile gelesen und auf negative Äußerungen kontrolliert. Betroffene Familien wurden aus Angst, mit in eine Sache hineingezogen zu werden, gemieden. Wenn sich eine Familie einen Anwalt nahm, wurde ihnen einer gestellt. Ausnahmslos waren diese jedoch Spitzel der Stasi und konnten so die Fälle manipulieren.

Viele Ermittlungen oder die Suche nach einer Leiche wurden nur im Verborgenen ausgeführt. Ermittler, die sich als Brandschutzkontrolleure ausgaben, sollten in Wirklichkeit aber nach einer Kinderleiche suchen.

Fazit: Was in der DDR nicht sein durfte, geschah einfach nicht. Jeder traurigen Realität zum Trotz.

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