Mittwoch, 1. April 2015

BELLA BLOCK - "Die schönste Nacht des Lebens" Der vorvorletzte Fall ist leider sehr unglaubwürdig (ZDF)

© ZDF und HARDY BRACKMANN
TV-Hinweis / TV-Kritik von Petra Weber

Am Samstag (04.04.15) um 20:15 Uhr wird BELLA BLOCK zum vorvorletzten Mal im ZDF ermitteln. Der Tatort ist diesmal besonders reizvoll:

Auf einem Segelschulschiff der Marine kommt ein junger Kadett nach einer Feier mit viel Alkohol zu Tode. Er wird mit zertrümmertem Schädel im Hamburger Hafen gefunden. Die offizielle Version lautet Unfall im Alkoholrausch. Doch Staatsanwalt Mehlhorn fürchtet, dass hier etwas nicht stimmt. Er rekrutiert Bella für diesen Fall, "denn sie müsse sich nicht an Regeln halten". 

Bella Block hat ihre üblichen Probleme mit den Obrigkeiten und deren div. Ehrenkodexen und ermittelt gegen Widerstände aus Marine und Politik.

Der Kapitän drängt auf Beendigung der Ermittlungen, er will die Ausbildungsreise möglichst bald fortsetzen. Der Justizsenator, der parlamentarische Staatssekretär sowie der Inspekteur der Marine erhöhen gemeinsam den Druck. 


Bella bleibt nicht viel Zeit. Der Fokus richtet sich bald auf die Kadettin Kati Brandner, die mit ihrer Clique und dem Opfer feierte und als schwächstes Glied ihrer Gruppe zunehmend nervös wird. 

TV-Kritik
DIE SCHÖNSTE NACHT DES LEBENS ist ein hanebüchener Unsinn und so unglaubwürdig, dass es einem den Spaß an dem Film schon zu Beginn nimmt. Da wird  Bella Block in den Polizei-Dienst von Stattsanwalt Mehlhorn "reaktiviert" (ein idiotischer Vorgang) erhält aber keinerlei rechtlichen Befugnisse zu ermitteln (noch idiotischer), weil sie sich lt. Drehbuch als pensionierte Beamtin "an keine Regeln halten muss" ??? Wie soll das denn bitte gehen? Und wieso müssen sich persionierte Polizei-Beamte an keine Regeln / Gesetze mehr halten?

In einer völlig irrealen Hauruck-Aktion wird in einem komplett leeren Gebäude ein Pseudo-Polizeibüro eingerichtet, weil die Ermittlerin das echte Hamburger-Polizei-Kommissariat wegen schlechter Erinnerungen nicht betreten will.

Hohe Marine-Führer und hochrangige Politiker setzen sich mit einer Polizisten-Omi zusammen, deren Ermittlungsauftrag nur ein einzelner Staatsanwalt rechtsfrei zu verantworten hat, und lassen sich von ihr beleidigen und beschimpfen? Dahinter verblasst die sowieso schwache und halbherzig konstruierte Geschichte des Kriminalfalls noch weiter, was sehr schade ist, denn ein Fall im Hamburger Hafen auf einem Segelschulschiff hätte sehr reizvoll sein können.

Selbst hartgesottene Bella Block-Fans dürften sich mit dieser "Neueinsetzung" als Irgendwie-Kommissarin schwer tun. Da die Autoren wohl keinen Dreh mehr finden, die inzwischen 73jährige Hannelore Hoger würdevoll und altersentsprechend mit einem Minimum an Realismus als deutsche Miss Marple Fälle lösen zu lassen, ist es, bei aller Wehmut, eine gute Entscheidung Bella Block mit ihrem nächsten und vorletzten Fall endlich in ihren wohlverdienten Ruhestand verabschieden.

Besetzung:
Bella Block - Hannelore Hoger
Klaus Dieter Mehlhorn - Hansjürgen Hürrig
Malte Schnaak - Rainer Bock
Kati Brandner - Michelle Barthel
Matthias von Schwedlitz - Jannis Niewöhner
Jette Albrecht - Carolyn Genzkow
Henry Guggenbiehl - Vincent Krüger
Jan Petersen - Leonard Carow
Erster Offizier Schmalbrink - Jan Lennart Krauter
Kapitän Knapp - Thomas Loibl
Emma Jensen - Claudia Eisinger
Iris Mühlstadt - Lena Stolze
Inspektor der Marine - Schelling Christian Redl
Justizsenator - Samuel Weiss
Gerichtsmediziner - Matthias Brenner
und andere

Buch: Susanne Schneider
Regie: Andreas Senn
Kamera: Philipp Sichler
Musik: Fabian Römer

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