Montag, 10. September 2012

FRAU MAIER FISCHT IM TRÜBEN - Stimmiger Chiemsee-Krimi

Krimi-Rezension von Elke Heid-Paulus

Frau Maier lebt mit ihrer Katze in einem kleinen Haus am Chiemsee. Eigentlich ist die ältere Dame die Ruhe in Person. Doch als sie an einem ganz normalen Montagmorgen eine Frauenleiche am Ufer findet, ist nichts mehr so, wie es war: Ein nächtlicher Besucher schleicht um ihr Haus und hinterlässt unheimliche Nachrichten, die Schwester der Ermordeten wird bedroht und eine weitere Leiche lässt nicht lange auf sich warten. 

Weil die Polizei sie für senil hält, ermittelt Frau Maier auf eigene Faust und bringt sich dabei in höchste Gefahr. (Verlagsinfo) 

Ältere Damen, die sich urplötzlich in der Rolle der Hobby-Detektivin wiederfinden, weil in ihrem persönlichen Umfeld ungewöhnliche Dinge passieren, gibt es einige in der Kriminalliteratur, hauptsächlich im angelsächsischen Sprachraum. 

Meist sind sie alleinstehend, etwas verschroben, leben in einem kleineren Dorf, werden von ihrer Umgebung belächelt und nicht so recht ernst genommen. So auch Frau Maier, die Hauptfigur in Jessica Kremsers Chiemgau-Krimi, die seit Jahrzehnten in Kauzing am See lebt, aber von der dortigen Bevölkerung noch immer misstrauisch beäugt wird, weil sie nicht dort geboren, sondern eine Zugezogene ist. 

Selbst die Polizei, vertreten durch den Brandner Franz, hält ihre Beobachtungen für die übertriebenen Spinnereien einer verwirrten Alten und setzt den Kriminalpsychologen Frank Schön auf sie an. Und dann entwickelt sich doch alles anders als gedacht, denn dieser glaubt Frau Maier und unterstützt sie bei ihren „Ermittlungen“, die sie furchtlos und unbeirrt durchführt. 

Persönliche Meinung: 4**** (von 5 möglichen)

Jessica Kremser erzählt konsequent aus Frau Maiers Perspektive und hat mit ihr eine äußerst liebenswerte Figur geschaffen, die die trügerische Ruhe in dem bayerischen Kauzing durch ihre Nachforschungen gehörig stört. 

Die Geschichte als solches ist zwar nun nicht unbedingt atemberaubend spannend, sondern lässt sich eher in das Genre der “regionalen Häkel-Krimis“ einordnen, denn es geht betulich zu im Chiemgau, auch wenn es einen Mord aufzuklären gilt – wobei positiv zu erwähnen ist, dass in diesem Fall der regionale Aspekt stimmig ist und sich nicht so penetrant, wie bei vielen Regio-Krimis (speziell aus Bayern), in den Vordergrund schiebt. 

Eine nette Lektüre für Chiemsee-Urlauber oder einen verregneten Tag auf der Couch.

FRAU MAIER FISCHT IM TRÜBEN ist als Taschenbuch (312 Seiten) bei Pendragon für 12,95 Euro erschienen.

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