Montag, 17. September 2012

DER URSPRUNG DES BÖSEN - Mix aus Thrill, Action, Grauen & Beklemmung, ohne jede Logik

DER URSPRUNG DES BÖSEN
Autor: Jean Christophe Grangé
Verlag: LÜBBE AUDIO
Auflage: August 2012
Sprecher: Dietmar Wunder, Nicole Engeln
8 Audio CD mit 549 Minuten
16,99 Euro
Krimi-Rezension: Dani Nimz

Mathias Freire leidet unter einer rätselhaften Krankheit: Sobald er in Stress gerät, verliert er das Gedächtnis. Und wenn er das Bewusstsein wiedererlangt, ist er ein anderer: Ein neues Ich hat sich formiert, mit einer neuen Vergangenheit, einem neuen Lebensschicksal. Währenddessen sucht die Polizei nach dem Täter einer Serie von Ritualmorden, die allesamt in der Nähe Freires verübt wurden, ohne dass man diesem etwas nachweisen kann. Und wenn nun doch er der Mörder ist? 

Freire gerät zunehmend in Panik. Auf sein Gedächtnis ist kein Verlass. Also muss er einen anderen Weg finden, um seine Vergangenheit zu rekonstruieren. Doch die Suche nach seiner wahren Identität wird schon bald zu einem entsetzlichen Albtraum, aus dem es kein Entrinnen zu geben scheint. Ein Albtraum, der in einem dunklen Geheimnis um Freires Herkunft begründet liegt (Verlagsinfo)

Spätestens seit 2000 die Verfilmung von "Die Purpurnen Flüsse" mit Jean Reno und Vater/Sohn Cassel nach dem gleichlautenden Roman von 1997 in die deutschen Kinos gekommen ist, ist Jean Christophe Grangé auch in Deutschland eine feste Größe im Bereich Thriller. 

Seitdem verkaufen sind seine Bücher Bestseller. "Der Ursprung des Bösen" wird hiervon sicher auch keine Ausnahme machen. 

Wenn ich die Verlagsinfo vergleiche mit dem, was ich im Hörbuch geboten bekommen habe, frage ich mich, auf welcher Grundlage so ein Klappentext entsteht. Die Geschichte, die ich gehört habe, hatte nicht viel mit dem zu tun, was ich vom Klappentext her erwartet habe. 

"Der Ursprung des Bösen" ist definitiv "Psycho" und ein Thriller, aber beides zusammen ergibt nicht zwangsläufig einen Psychothriller. 

Und auch, dass Grangés Folgerungen in seinen Büchern zum Teil an den Haaren herbeigezogen sind, ist ja an sich auch nicht neu. Aber hier hat er sich selbst übertroffen. 

Von zum Augenrollen, Kopfschütteln und hanebüchen sind seine Abfolgen in diesem Roman. Unglaublich.

Da sitzt ein Psychiater in einem Zug und denkt über einen seiner Patienten nach und stellt dann seine eigene Existenz in Frage, geht nach Hause und schüttelt seine Umzugskisten. Ja klar, das machen die jeden Tag.

Oder an einer anderen Stelle wird lang und breit erklärt, warum DER HIER nicht der Bösewicht sein kann und dann ist er es doch. Wie bitte?? Keine Sorge, das ist kein Spoiler, das kommt öfter vor. 

Von solch merkwürdigen Schlussfolgerungen und Gedankensprüngen strotzt es in diesem Buch, es ist das reinste Fest des Surrealen. Man hat mitunter das Gefühl, es handele sich um eine Parodie. 

Auf der anderen Seite kommt dann diese richtig gute Geschiche in einem atemberaubend schnellen Tempo daher, die einen im Sturm erobert und auch nicht wieder loslässt. Man kann sich dem gar nicht entziehen. Und am Ende macht ja auch alles – irgendwie – Sinn. 

Wahrscheinlich aber auch nur für jene, die übrig geblieben sind, die sich auf diesen Wahnsinn eingelassen und nicht nach der Bahnszene mit dem Psychiater das Handtuch geworfen haben. 

Persönliche Meinung: 3,5 Sterne (von 5 möglichen)

Bei mir flammte immer mal wieder kurz Ärger auf, wenn's gar zu wüst wurde mit dem Anschluss, aber dann wurde ich doch wieder mitgezogen. Trotzdem stand das Hörbuch eigentlich permanent auf der Kippe zwischen „In-die-Ecke-geworfen-Werden“ und „unbedingt weiterhören“. 

Fazit: Grangé setzt uns wie gewohnt eine seiner sehr speziellen Mischungen aus Spannung und Action mit einem gerüttelt Maß an Grauen und Beklemmung vor. Die innere Logik des Thrillers hat Löcher wie ein Schweizer Käse und ist zum Teil haarsträubender Unsinn.  

Wem das allerdings egal ist, der wird mit Kopfkino pur belohnt. Ich vergebe die 3,5 Stern  nur, weil der Plot wirklich gut war.

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