Montag, 27. August 2012

WER SCHLAFENDE HUNDE WECKT - Glasgow-Krimi mit sehr glaubhaften Protagonistinnen

Krimi-Rezension von Elke Heid-Paulus

Jasmine Sharp müsste eigentlich jubeln: Endlich hat sie einen Job. Ihr Onkel Jim, Privatdetektiv, Ex-Cop und ihr einziger Verwandter, hat es nett gemeint und sie zu seiner Assistentin gemacht. Aber besonders geschickt angestellt hat sie sich bisher nicht.

Doch als Jim plötzlich spurlos verschwindet, muss Jasmine über sich hinauswachsen: Auf eigene Faust und geplagt von Selbstzweifeln beginnt sie zu ermitteln. Bei ihren Nachforschungen trifft sie auf Tron Ingrams, der ihr mit seiner brutalen und verschlossenen Art Angst macht und offensichtlich mehr weiß als er sagt. (Verlagsinfo) 

"Wer schlafende Hunde weckt" ist der erste Kriminalroman des schottischen Autors Christopher Broomyre, der ins Deutsche übersetzt wurde. 

Die klassische Ermittlungsarbeit bildet den Schwerpunkt der Story, die von zwei weiblichen Hauptfiguren getragen wird, nämlich Jasmine, der Privatdetektivin, die nach ihrem verschwunden Onkel sucht, und Catherine McLeod, einem integeren Detective der Glasgower Polizei, Ehefrau und Mutter, die ständig die Balance finden muss zwischen Beruf und Familie und im aktuellen Fall den Mord an einem Drogenhändler bearbeitet. 

Mit fortschreitender Geschichte laufen die beiden parallelen Handlungsstränge zusammen, und der Leser merkt, dass der eine Fall mit dem anderen zu tun hat. 

Außerdem hat Brookmyre noch zahlreiche kleinere Geschehnisse eingearbeitet, deren Relevanz auf den ersten Blick nicht zu erkennen ist, sich aber am Ende des Buches dem Leser erschließt und so zu dem einen oder anderen Aha-Effekt führt.

Persönliche Meinung: 5***** (von 5 möglichen)

Viele unerwartete Wendungen sind dafür verantwortlich, dass dieser Krimi von Anfang bis Ende spannend und interessant bleibt: Gewalt, Betrug und Korruption - das sind die beherrschenden Themen. Dazu kommt, dass der Autor sich sehr viel Mühe bei der Anlage seiner weiblichen Protagonistinnen gemacht hat, die zu jedem Zeitpunkt glaubwürdig agieren. 

Ich hoffe doch, dass dies der Auftakt einer neuen Serie ist, denn ich würde sehr gerne eine Fortsetzung dieser spannenden, intelligent erzählten Glasgow-Krimis mit McLeod und Sharp lesen!

Anm. KK: Das Buch ist ohne Umschlag extrem aufmerksamkeitsstark, denn es ist komplett schwarz inkl. Beschnitt.

WER SCHLAFENDE HUNDE WECKT ist gebunden (400 Seiten) im Verlag Galiani Berlin für 19,99 Euro erschienen.

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