Sonntag, 19. August 2012

TRÜBE WASSER IN TOKIO - Japanisches Verwirrspiel mit überraschendem Ausgang

Krimi-Rezension von Petra Querfurth

Der junge Psychiater Dr. Uemura hat zwei Probleme. Das eine ist sein Patient Akio Tanno, der gesteht, eine Frau umgebracht zu haben. 

Das andere ist die attraktive Frau Owada, das vermeintliche Opfer. Sie ist quicklebendig und behauptet, Akio Tanno überhaupt nicht zu kennen. Dr.Uemura will der Sache auf den Grund gehen – und verliert sich in einem Labyrinth aus Geheimnissen, Obsessionen und Erpressung. (Verlagsinfo)

Ein Psychiater, der die Wahrheit sucht und sich auch durch vollen Körpereinsatz vor allem bei den Damen auszeichnet, eine schöne geheimnisvolle Frau, die eigentlich tot sein sollte, eine Stewardess, die liebt und eine drogenvernebelte Jugendliche – das sind einige der Protagonisten, die in einem Verwirrspiel, das immer wieder neue menschliche Abgründe aufdeckt, agieren. 

Persönliche Meinung: 4**** (von 5 möglichen)

Der Krimi wird aus der Sicht des Psychiaters erzählt und entfaltet einen seltsamen Sog auf den Leser. Die Geschichte ist nicht auf Spannung ausgelegt sondern besticht durch die psychologische Tiefe. 

Dabei muten die Charaktere seltsam distanziert an, was auch an der japanischen Mentalität liegen mag, etwas ungewöhnlich für europäische Leser. Die verworrene Handlung, die aber zum Schluss zu einem überraschenden, wie auch plausiblen Ende kommt, ist sehr gut geschrieben. 

Der Schreibstil hat mir sehr gut gefallen. Die kurzweilige Handlung und die fremde Atmosphäre sowie der Einblick in eine dekadente und verlogene Gesellschaft entfalten hier den Reiz der Geschichte.

TRÜBE WASSER IN TOKIO ist broschiert (155 Seiten) in einer Neuauflage bei METRO im Unionsverlag in einer Übersetzung von Bettina Thienhaus für 10,95 Euro erschienen.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Hinweis: Nur ein Mitglied dieses Blogs kann Kommentare posten.