Montag, 20. August 2012

MARIONETTE DES TEUFELS - Mörderisches Katz und Maus-Spiel

Krimi-Rezension von Stefanie D. Sterl

So hatte sich Kriminal-Hauptkommissar Berthold Brauser die letzten Wochen vor seiner Pensionierung nicht vorgestellt: Als die Leiche der Sopranistin Sophia Weberknecht in ihrer Wohnung gefunden wird, beginnt für ihn und sein Team eine nervenzerreißende Jagd nach ihrem Mörder. Jeder im Umkreis kommt als Täter infrage besonders die Mitglieder des Passauer Opern-Ensembles wissen offensichtlich mehr, als sie bereit sind zuzugeben. 

Und dann ist da ja auch noch der rätselhafte Tod von Klaus Wallenstein, der schlimm zugerichtet in seinem Auto auf einem Parkplatz gefunden wird. Dem Hauptkommissar wird bald klar, dass beide Fälle zusammenhängen. Aber das Wie und Warum soll zur größten Herausforderung in Brausers Berufsleben werden in die er auch noch persönlich verwickelt wird. (Verlags-Info) 

Der Hauptakteur des Krimis ist ein Passauer Hauptkommissar namens Berthold Brauser, der kurz vor seiner Pensionierung vor dem wohl schwersten Fall seiner Karriere steht: Dem mysteriösen Mord an der bekannten Sopranistin Sophia Weberknecht, der ohne jeglichen Täterverdacht und diverser Hinweise so gut wie unlösbar erscheint. 

Brauser tappt im Dunkeln und wird bald darauf mit einem zweiten Mordfall konfrontiert, welcher das Psychospielchen noch verstärkt. Letztendlich gipfelt das Ganze in einer Katastrophe, die Brauser sogar in ein persönliches Disaster verstrickt. 

Persönliche Meinung:
3,5 ***** (von 5 möglichen) 

Dagmar Isabell Schmidbauer (die auch als Journalistin tätig ist) spielt in "Marionette des Teufels" auf intelligente Weise mit Spannung. Sie beschreibt sehr authentische Figuren, die nie auch nur ansatzweise gekünstelt wirken. Ihr Katz und Mausspiel treibt den Leser manchmal an den Rand der Verzweiflung, jedoch auch in die Fänge einer unbändigen Neugierde, mit der immer wieder auftauchenden quälenden Frage "Wer, was, wie und warum"?

Diese Methode bringt zwar Spannung auf, wirkt aber trotzdem hin und wieder extrem angestrengt, da dem Roman letztlich doch eine durchgängig klare Linie fehlt. Diese würde  dem Leser die Zusammenhänge besser begreiflich machen. 

Das Cover des Krimis wird dem Roman nicht gerecht und sieht leider nach dem Titel eines billigen 90er Jahre Erotikthriller aus, der weibliche Reize statt einer guten Story anbieten soll und hat mich genauso wenig angesprochen wie folgender Satz auf der Rückseite des Buches "Selbst im Tod war sie wunderschön. Bei anderer Gelegenheit hätte er sie gerne voller Leidenschaft berührt und ihren Körper gespürt". 

Mein Fazit: Eine clevere Story mit interessanten Figuren, verpackt in ein düsteres und spannendes Wirrwarr, dem es aber hier und da leider an Logik fehlt. Schmidbauers Vorliebe für faszinierende, realistische Charaktere ist allerdings ein Geschenk für den geneigten Leser, denn die Autorin zeigt, dass real wirkende Figuren in ihrer Intensität am einprägsamsten sind und so sehr gut ein Spiegelbild unserer Gesellschaft wiedergeben. 

MARIONETTE DES TEUFELS als Taschenbuch (540 Seiten) bei Edition Renumero GmbH & CO Verlag für 12,80 EUR erschienen.

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