Donnerstag, 16. August 2012

DIE MARSEILLE-TRILOGIE - Drei sozialkritische Marseille-Krimis von J.C. Izzo

Krimi-Rezension von Biggi Friedrichs

Fabio Montale ist ein guter Polizist mit Hang zum guten Essen und einem großen Herz für all die verschiedenen Bewohner der Hafenstadt Marseille: für die Italiener, Spanier, die Nordafrikaner und auch die Franzosen. Ob einer Polizist wird oder Gangster, das ist reiner biografischer Zufall. Freund bleibt Freund. (Verlags-Info)

Der etwas melancholisch veranlagte Polizist Fabio Montale in den drei Krimis der Marseille-Trilogie von Jean-Claude Izzo liebt gutes Essen, Scotch, gute Musik und die Frauen. 

Er lebt einsam in seiner Fischerhütte. Seine Nachbarin Honorine und sein Freund und Kneipenbesitzer Fonfon haben jedoch stets ein Auge auf ihn. 

Fabio ist voller Gefühl und Liebe zu Marseille und seinen Bewohnern. Er ist mehr Sozialarbeiter als Flic, was die Bewohner seines zuständigen Bezirkes sehr schätzen. Fabiio hat eine eigene Rechtsauffassung, die er vertritt, und die ihn bei seinen Vorgesetzten nicht sehr beliebt macht. Er scheut sich nicht lange und zieht seine Konsequenzen.

Persönliche Meinung: 5***** (von 5 möglichen)

In allen drei Kriminalfällen (TOTAL CHEOPS, CHOURMO und SOLEA) ist Fabio Montale persönlich betroffen. Der Leser erfährt im Laufe der Geschichten mehr über Fabios Vergangenheit, seine Jugendsünden und die Geschichte seiner großen Liebe, so dass man ein sehr genaues Bild von ihm und seiner Persönlichkeit bekommt. Ein vielseitiger Charakter, der melancholisch sein kann, dann wieder sehr humorvoll, aber stets besorgt um das Wohl seiner Freunde, dabei teilweise auch sehr selbstkritisch. Oft grübelt er über das Leben. 

Diese Trilogie ist in der Ich-Perspektive von Fabio geschrieben, so dass der Leser seine Sichtweise der Dinge und die Gedankengänge von Fabio direkt miterleben kann. 

Die Krimireihe ist sehr sozialkritisch. Sie veranschaulicht die Perspektivlosigkeit der Einwanderer, die hohe Arbeitslosigkeit, die in Frankreich herrscht, und die daraus resultierenden Folgen, wie Drogensucht und Gewaltbereitschaft der Bewohner. 

Der Autor nimmt das organisierte Verbrechen unter die Lupe und stellt die Hilflosigkeit und Resignation der Politik und der Behörden dar. Diese wunderbare Erzählung von Jean-Claude Izzo, die ein sehr genaues Bild über das Leben in Maseille wiedergibt, ist mir 5/5 Sterne wert.

DIE MARSEILLE-TRILOGIE ist broschiert (672 Seiten) im Unionsverlag  für 14,95 Euro erschienen.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Hinweis: Nur ein Mitglied dieses Blogs kann Kommentare posten.