Dienstag, 28. August 2012

DIE 500 - Quirk beschreibt facettenreicher als Grisham den gierigen Lobbyismus in Washington

  
Krimi-Rezension von Elke Heid-Paulus

Mikes neuer Boss ist ein Haifisch im politischen Becken von Washington. Zu seinen Klienten gehören die 500 mächtigsten Männer des Landes, und sein Geschäftsmodell besteht darin, jede Leiche im Keller dieser Männer zu kennen, um sie gefügig zu machen und ihren Einfluss zu nutzen. 

Jede Methode ist ihm recht, und Mike ist sein Mann fürs Grobe. Als der die Machenschaften durchschaut, steckt er schon bis zum Hals im tödlichen Spiel um Macht und Geld. Sein einziger Ausweg besteht darin, Davies’ dunkle Geheimnisse aufzudecken und ihn mit den eigenen Waffen zu schlagen. (Verlagsinfo)   

Nach seinem Studium in Harvard arbeitete der Autor Mattew Quirk als investigativer Journalist in Washington D.C. und weiß offensichtlich, wovon er schreibt. 

In seinem Debüt „Die 500“ gewährt er aus der Sicht seines Protagonisten einen schonungslosen Einblick in das Schaltzentrum der Macht und des Einflusses.   

Mike Ford hat es geschafft: Obwohl er in seiner Jugend des Öfteren mit dem Gesetz in Konflikt geraten ist, haben ihm Intelligenz, Beharrlichkeit und Durchhaltevermögen einen Harvard-Abschluss ermöglicht. Für ihn gilt es jetzt nur noch, die Schulden bei einem Kredithai zu bezahlen, die er gemacht hat, um die Studiengebühren sowie die Behandlungskosten seiner an Krebs gestorbenen Mutter zu begleichen. 

In dieser Situation kommt ihm das Angebot seines Professors Henry Davies natürlich gerade recht. Doch als er nach kurzer Zeit erkennt, dass er sich mit dem Teufel eingelassen hat, ist er bereits dermaßen tief in dessen manipulative Machenschaften verstrickt, dass es für ihn bereits kein Entkommen mehr zu geben scheint.  

Persönliche Meinung: 5***** (von 5 möglichen) 

David gegen Goliath – Quirk hat einen Thriller geschrieben, der zwar sehr an John Grishams „Die Firma“ erinnert, aber wesentlich facettenreicher als dieser ist, beschreibt er doch den Lobbyismus und das gesellschaftliche Leben in Washington D.C. mit schonungsloser Offenheit: die Einflussnahme auf die politischen Entscheidungsträger laufen alle nach dem G.I.E.R. – Prinzip ab, es geht immer um Geld, Ideologie, Ego und Repression.   

Dass der Autor seine Hauptfigur aus der Ich-Perspektive erzählen lässt (im Hörbuch pointiert und sehr  gekonnt von Heikko Deutschman) erhöht die Spannung, denn man ist zu jedem Zeitpunkt mitten im Geschehen, fiebert mit Mike Ford und drückt diesem die Daumen, dass er einigermaßen unbeschadet aus dieser Sache wieder herauskommt. 

DIE 500 ist broschiert (416 Seiten) im Karl Blessing Verlag in einer Übersetzung von Wolfgang Müller für 19,95 Euro erschienen.

DIE 500 ist als Hörbuch in einer gekürzten Lesung auf Audio CD mit 376 Minuten mit Heikko Deutschmann als Sprecher bei DAV für 19,99 Euro erschienen

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