Samstag, 21. Juli 2012

MANHATTAN 212 - Interessante Idee, raffinierte Wendungen, jedoch auch mit Längen

Krimi-Rezension Elke Heid-Paulus

Die Studentin Megan erhält anonyme Drohungen auf einer Campus-Website. Aber die Polizei kann ihr nicht helfen. Dann wird Megan ermordet, und die Ermittlungen übernimmt die junge Polizistin Ellie Hatcher, die für ihre Hartnäckigkeit bekannt ist. 

Sie bezweifelt, dass es sich "nur" um einen durchgeknallten Cyber-Perversen handelt, besonders, als sie Verbindungen zu einem anderen Fall entdeckt: Der Bodyguard eines berüchtigten Immobilienhais ist in einem von dessen schicken, sündhaft teuren Apartments ermordet worden. (Verlagsinfo) 

212 ist nicht nur die Vorwahl für New York City sondern auch der Name eines luxuriösen Wohnkomplexes in Manhattan, dessen Eigner der einflussreiche Immobilientycoon Sam Sparks ist. 

Und da er bei einer Mordermittlung die Polizisten eher behindert, als diese zu unterstützen, und auch noch seine Beziehungen zu Richtern und Polizei spielen lässt, um eine Einstellung der Ermittlungen zu erreichen, wird Ellie Hatcher misstrauisch. Aus gutem Grund, wie sich später herausstellen wird… 

Persönliche Meinung: 4**** (von 5 möglichen)

Alafair Burke, Tochter des bekannten Thriller-Autors James Lee Burke, schreibt realistisch und kenntnisreich - ohne viel Drumherum-Gerede. 

Das resultiert natürlich zum einem aus ihrem beruflichen Hintergrund - sie ist Dozentin für Strafrecht und hat früher als Bezirksstaatsanwältin gearbeitet - kann also die Rolle der Justiz und das Verhalten der Richter und Anwälte treffend beschreiben.

Zum anderen liegen ihrem Plot Tatsachen zugrunde, denn sie hat sich in diesem dritten Teil der Ellie Hatcher-Reihe (der zweite Band wurde, warum auch immer, leider nicht ins Deutsche übersetzt und veröffentlicht) gleich von zwei Sexskandalen inspirieren lassen, in die amerikanische Politiker verwickelt waren. Und manchmal genügt es schon, einen Stein aus der Mauer zu ziehen, um diese zum Einsturz zu bringen. 

 "Manhattan 212" ist gekennzeichnet durch eine interessante Ausgangssituation, raffinierte Wendungen und eine sympathische Hauptfigur, hat aber auch die eine oder andere Länge, wenn Burke sich beispielsweise detailliert mit dem amerikanischen Rechtssystem auseinandersetzt. 

Dennoch werde ich auch den nächsten Thriller mit Ellie Hatcher sehr gerne lesen.

MANHATTAN 212 ist als Taschenbuch (448 Seiten) bei dtv in einer Übersetzung von Susanne Wallbaum für 9,95 Euro erschienen. 

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