Montag, 23. Juli 2012

CRIME MACHINE - Rasant, kurzweilig, bitterböse und sprachlich vom Feinsten

Krimi-Rezension von Elke Heid-Paulus

David Blake hat eine weiße Weste. Soweit man in Newcastle eine haben kann, wenn man als Berater für einen skrupellosen Gangsterboss arbeitet. Als zigtausend Pfund Schutzgeld verschwinden, kommt David jedenfalls reichlich ins Schwitzen. 

Er hat 72 Stunden, das Geld wieder aufzutreiben – sonst ist er ein toter Mann. (Verlagsinfo)

Krimis/Thriller mit einem zeitlichen Ultimatum für die Hauptfigur gibt es einige, aber was Howard Linskey aus dieser Ausgangssituation macht, ist schon etwas ganz Besonderes. 

Er nimmt uns in seinem Debüt "Crime Machine" mit nach Newcastle upon Tyne, eine Industriestadt im Nordosten Englands und zeigt uns nicht nur deren schöne Seiten. 

Bobby Mahoney zieht die Fäden in der Unterwelt und hat sich dort ein kriminelles Imperium aufgebaut. Einer seiner Handlanger ist David Blake, Linskeys Hauptfigur, aus dessen Sicht dieser Thriller erzählt wird. 

Eigentlich ist Blake ja eher ein Intellektueller und der Meinung, dass man in diesem Gewerbe auch erfolgreich sein kann, ohne sich die Finger dreckig zu machen. Aber die Dinge laufen aus dem Ruder und er wird sehr bald eines Besseren belehrt… 

Persönliche Meinung: 5***** (von 5 möglichen) 

 "Crime Machine" ist ein außergewöhnliches Buch, unterscheidet sich dieser Thriller doch sehr deutlich von der Serienmörder-Massenware, die allenthalben in den Regalen der Buchhandlungen zu finden ist. 

Linskey arbeitet zwar auch mit alten 'Noir' Traditionen, passt den klassischen Plot aber an die aktuellen gesellschaftspolitischen Zustände an, indem er die Verflechtungen von Geld und Politik deutlich beim Namen nennt, und somit hat das Buch um einiges mehr zu bieten als nur die Suche nach dem verschwundenen Geld.  

Rasant und kurzweilig, bitterböse und sarkastisch, spannend und sprachlich vom Feinsten (Chapeau, Frau Lösch – hervorragend übersetzt), so muss ein moderner Thriller sein. 

Bitte mehr davon, Mr Linskey!

CRIME MACHINE ist als Taschenbuch (384 Seiten) bei Knaur in einer Übersetzung von Conny Lösch für 9,99 Euro erschienen

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