Mittwoch, 27. Juni 2012

DIE TOTE VON CHARLOTTENBURG - Spannende Zeitreise in die Weimarer Republik

Krimi-Rezension von Petra Querfurth

Sommer 1923. Kommissar Leo Wechsler und seine Freundin Clara Bleibtreu verbringen ein paar Urlaubstage auf Hiddensee. Dort lernt Clara die Ärztin und Frauenrechtlerin Henriette Strauss kennen, eine lebhafte, charismatische Frau. Clara fühlt sich sofort zu ihr hingezogen. 

Doch zu einer näheren Bekanntschaft kommt es nicht, denn im Herbst stirbt Henriette völlig unerwartet in ihrer Wohnung in Charlottenburg. Ihr Neffe Adrian, der ihr sehr nahestand, kann nicht glauben, dass es ein natürlicher Tod war. Ist sein Verdacht, dass seine Tante ermordet wurde, wirklich gänzlich aus der Luft gegriffen? 

Die Todesursache lässt sich nicht mit Sicherheit feststellen, man vermutet einen Herzanfall. Doch auch eine Vergiftung ist denkbar. Bei seinen Ermittlungen stößt Leo auf verdächtige Vorkommnisse in dem Krankenhaus, in dem Henriette Strauss gearbeitet hatte...(Verlagsinfo) 

Menschen mit riesigen Bündeln Geldscheinen sind unterwegs, um Nahrungsmittel zu kaufen (ein Brot kostet 80 Milliarden Mark). Die Inflation galoppiert ins Bodenlose. Im Scheunenviertel kommt es zu brutalen Übergriffen auf jüdische Bürger. 

Die vielgepriesenen goldenen Zwanziger Jahre geraten ins Wanken. Vor diesem Hintergrund läßt Susanne Goga ihren Kommissar ermitteln. Leo Wechsler führen seine Ermittlungen zu den feinen Adressen der Berliner Gesellschaft aber auch in die von Armut und Verzweiflung geprägten Hinterhöfe Berlins. 

Die Ärztin Henriette Strauss hat sich zu Lebzeiten gegen den § 218 eingesetzt und in Not geratenen Frauen geholfen. Behandlungsmethoden, die vornehmlich an armen Patienten ausgeübt wurden, hat sie ebenfalls angeprangert. Aber auch die Familie der engagierten Frauenrechtlerin scheint ein Geheimnis zu verbergen. 

Persönliche Meinung: 4,5 Sterne (von 5 möglichen) 

Susanne Goga nimmt den Leser mit auf eine Zeitreise in die Weimarer Republik. 

Berlin 1923 mit seinen politischen wie auch gesellschaftlichen Problemen jener Zeit, hat die Autorin sehr anschaulich und authentisch geschildert. 

Aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt und immer wieder mit den Gedankengängen eines zunächst unbekannten Protagonisten ergänzt, entwickelt Goga einen spannenden Krimi. 

Im Zuge der Ermittlungen trifft der Leser auf einige historische Persönlichkeiten, die Susanne Goga in ihren Krimi mit einbezogen hat. 

Allerdings:  Ein wenig zu früh war mir klar, welches Geheimnis hier gelüftet werden soll.

DIE TOTE VON CHARLOTTENBURG ist als Taschenbuch (304 Seiten) bei dtv für 9,95 Euro erschienen.

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