Sonntag, 17. Juni 2012

DER SEELE WEISSES BLUT - Konstante Spannung mit überraschendem Ende

Krimi-Rezension von Elke Heid-Paulus

Eine zu Tode gesteinigte Frau im Wald und rätselhafte Zeichen am Tatort. Der Beginn einer alptraumhaften Mordserie

Nach einer durchzechten Nacht wird Hauptkommissarin Lydia Louis im Morgengrauen zum Tatort gerufen: Eine grauenvoll zugerichtete Frauenleiche, halb im Waldboden eingegraben und zu Tode gesteinigt. Schnell scheint klar: Hier handelt es sich um einen Ehrenmord. 

Doch das Opfer hat keinen muslimischen Hintergrund. Und wie passen die rätselhaften Zeichen dazu, die in den Baumstamm neben der Leiche eingeritzt sind? Louis und ihr neuer Partner Christopher Salomon sind dem Mörder dicht auf den Fersen. Doch der Killer hat sein Werk längst nicht vollendet – und die Kommissarin fällt genau in sein Beuteschema … (Verlags-Info)

Wenn man einen spannenden Krimi lesen will, müssen es nicht immer die skandinavischen oder englischsprachigen Autorinnen sein – nein, es gibt auch durchaus deutsche Vertreterinnen dieses Genres, die ihr Handwerk verstehen. Eine davon ist Sabine Klewe. Die Düsseldorferin hat bereits vier Kriminalromane mit den Hauptfiguren Kriminalhauptkommissar Klaus Halverstett und der Fotografin und Amateurdetektivin Katrin Sandmann veröffentlicht.

In ihrem aktuellen Krimi "Der Seele weißes Blut" schickt sie nun ein neues Duo ins Rennen: Lydia Louis sowie deren Partner Christopher Salomon ermitteln bei der Mordkommission in Düsseldorf, aber das könnte genauso gut Frankfurt oder Berlin sein, denn Klewe schreibt keine Regional-Krimis.

Die neue Protagonistin ist allerdings gewöhnungsbedürftig. Sie balanciert ständig am Rande des Abgrunds, kämpft mit tiefsitzenden psychischen Verletzungen und ist deshalb auch in therapeutischer Behandlung – aber das kennen wir ja bereits zur Genüge aus diversen angelsächsischen Krimis. Nach außen gibt sie sich stachelig, verschlossen und tough und macht es deshalb ihrem freundlichen und hilfsbereiten Kollegen Chris nicht leicht im täglichen Umgang. Also eine typische "good cop, bad cop" Konstellation, bei der die Sympathien der Leser zuerst wohl auf Seiten des Partners sind.

Persönliche Meinung: 5***** (von 5 möglichen)

Routiniert entwickelt die Autorin ihre verschiedenen Handlungsstränge und verrät dem Leser nie zu viel. 

Unerwartete Wendungen sowie die Einschübe aus der Vergangenheit des Täters halten die Spannung konstant hoch und münden schließlich in einem furiosen Ende, das ich so nicht erwartet hätte. Das macht definitiv Lust auf weitere Bände aus dieser Reihe!

DER SEELE WEIßES BLUT ist als Taschenbuch (352 Seiten) bei Goldmann für 8,99 Euro erschienen.

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