Freitag, 25. Mai 2012

EIN STILLER MÖRDER - Ungeschminkte Schilderung der Menschen im heutigen Polen

Krimi-Rezension von Jörg Völker

Anna Hwierut, eine dreißigjährige attraktive Blondine und alleinerziehende Mutter, ist Kriminalkommissarin in Warschau. Die Hoffnung auf eine bessere Existenz und die Flucht vor einer traumatischen Vergangenheit haben sie in die polnische Hauptstadt verschlagen, wo sie sich nun mit ihrem pubertierenden Sohn und den verrosteten Strukturen ihrer Dienststelle auseinandersetzen muss – ein Spagat zwischen Privat- und Arbeitsleben, der nur bedingt gelingt. 

Die parallelen Ermittlungen in zwei Mordfällen erfordern Annas volle Aufmerksamkeit und bringen zuletzt nicht nur sie, sondern auch ihren Sohn in Lebensgefahr. Der Wagen einer jungen Frau geht am Waldrand in Flammen auf, der Täter scheint schnell gefasst. Dann verschwindet ein selbstmordgefährdeter Junge und die Weichsel spült einen Toten an

Ein verrückter Geigenvirtuose, der selbstmordgefährdete, vermeintliche Sexualstraftäter oder ein bislang unerkannter Dritter – wer ist der stille Mörder? (Verlags-Info)

EIN STILLER MÖRDER von Izabela Szolc besticht durch seine ungeschminkte Schilderung der Menschen im heutigen Polen. Ihren Biografien, ihren Wünschen und Träumen wird die harte Realität gegenübergestellt. 

Die auftretenden Brüche lassen sich nicht leugnen, aber manchmal gibt es Lichtblicke, kleine Glücksmomente. 

Persönliche Meinung: 
5***** (von 5 möglichen)

Der Autorin gelingt es, beinahe in der Tradition des schwedischen Erfolgsduos Sjöwall / Wahlöö, einen sozialkritischen Kriminalroman zu schreiben, wobei ihre Kommissarin Anna Hwierut eine Art von weiblicher, polnischer Martin Beck verkörpert. 

Das Buch ist Auftakt einer Trilogie von Romanen mit Anna Hwierut. Es hat mich neugierig auf die Folgegeschichten gemacht. 

Fazit : sehr empfehlenswert!

EIN STILLER MÖRDER ist broschiert (204 Seiten) im Prospero Verlag in einer Übersetzung von Barbara Samborska für 12,95 Euro erschienen.

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