Sonntag, 27. Mai 2012

DER FALL HAGEDORN - Historischer Polizeithriller (DDR 1969) / Drehbeginn

© WDR/Feist
Es kann nicht sein, was nicht sein darf. Als im Mai 1969 im Eberswalder Wald zwei neunjährige Jungen umgebracht werden, vermutet Kommissar Heinz Gödicke die Tat eines psychisch kranken Menschen. Doch so etwas darf und kann es im real existierenden Sozialismus nicht geben. Es muss erst ein dritter Mord geschehen, damit Gödicke die Ermittlungen wieder in seinem Sinne aufnehmen und den Mörder tatsächlich überführen kann.

In dieser Woche begannen in der Nähe von Bautzen die Dreharbeiten zu „Der Fall Hagedorn“. Der historische Polizeithriller basiert auf einem authentischen Fall, der in die deutsche Geschichte einging: Der dreifache Kindermörder Erwin Hagedorn war der letzte Delinquent, an dem in der DDR die „zivile“ Todesstrafe vollzogen wurde. In dem Fernsehfilm geht es deshalb nicht nur um Ermittlung und Überführung eines Mörders, sondern auch um die Frage, wie eine (unfreie) Gesellschaft mit einem Verbrecher umgeht, der krank ist – und für seine Taten letztlich nicht verantwortlich.

Zum Inhalt: 
Kommissar Heinz Gödicke und Stefan Witt, Major des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS), sind alte Freunde. Gemeinsam sollen sie den bestialischen Mord an zwei neunjährigen Jungen aufklären. Zeugenaussagen bringen sie ebenso wenig weiter wie herkömmliche Ermittlungsmethoden. 

Der Versuch des Kommissars, sich in den Mörder hineinzuversetzen, sorgt für Befremden. Gödicke ist sich jedoch zunehmend sicher, dass die beiden Morde das Werk eines psychisch kranken Menschen sind – eines Sadisten. 

Als ihn der Staatsanwalt auf die Parallelen zum (westdeutschen) Fall Jürgen Bartsch aufmerksam macht und ihn ein Psychiater in seiner Meinung bestärkt, will er die Ermittlungen in eine neue Richtung lenken. Zu diesem Zeitpunkt ist das Verhältnis zwischen ihm und dem MfS-Major jedoch bereits äußerst angespannt: Der in der Hierarchie höher gestellte Witt hat herausgefunden, dass seine Freundin Carla Böhm und Gödicke ein Verhältnis haben. 

Weil der Sozialismus im Gegensatz zum dekadenten Westen keine psychisch kranken Subjekte hervorbringt, wird der Fall eingestellt. Das ändert sich jedoch, als im Oktober 1971 ein weiterer Junge ermordet wird. Gödicke, den das grausame Geschehen nie losgelassen hat, erhält die Erlaubnis, die Ermittlung wieder aufzunehmen und nach seinen Vorstellungen voranzutreiben. 

Die Suche nach dem Mörder endet erfolgreich: Der 20-jährige Kochlehrling Erwin Hagedorn gibt die Tat freimütig zu. Dass er hingerichtet wird, kann sich Gödicke nicht vorstellen – für ihn ist er nicht schuldfähig. Doch das sieht die Staatsgewalt aus ideologischen Gründen anders.

Regie: Stephan Wagner, Buch: Holger Karsten Schmidt

„Der Fall Hagedorn" ist eine Co-Produktion der WESTSIDE Filmproduktion GmbH mit dem Westdeutschen Rundfunk, gefördert von der Film - und Medienstiftung NRW. Produzent ist Martin Zimmermann (WESTSIDE Filmproduktion GmbH). Die redaktionelle Verantwortung liegt bei Nina Klamroth (WDR). Gedreht wird noch bis Ende Juni in Köln und Umgebung, Bautzen und Umgebung. Voraussichtlicher Sendetermin 2013 im Ersten. (Quelle WDR)

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