Montag, 16. April 2012

TOD IN DER ATACAMA - Entwicklungshilfe, gut gemeint, doch ohne Rücksicht auf Land & Leute

Krimi-Rezension von Elke Heid-Paulus

Ausgeraubt und ermordet – so lautet zumindest die offizielle Version der Polizei zum Tod des deutschen Entwicklungshelfers Willi Balsen. Doch war es wirklich nur ein einfacher Raubmord oder verbergen sich hinter der Tat andere Motive als reine Geldgier? 

Hängt Balsens Tod mit seinem umstrittenen Bewässerungsprojekt in der Oase San Pedro de Atacama zusammen? (Verlagsinfo)

Da die Region, in der Roberto Ampueros Kriminalroman spielt, wahrscheinlich den wenigsten Lesern ein Begriff sein dürfte hier kurz zur Erläuterung (Quelle Wikipedia): "Die Atacama gilt als die trockenste Wüste der Erde. Sie liegt in Südamerika im Norden Chiles und grenzt im Westen an den Pazifik, im Norden an Peru und im Osten an Bolivien und Argentinien. Flächenmäßig bedeckt sie ca. 140.000 Quadratkilometer und ist sehr dünn besiedelt."

Soweit die geografischen Rahmenbedingungen für diesen Krimi, der sich mit einem brisanten Thema auseinandersetzt: Welche Konsequenzen hat es und welche verhängnisvollen Ereignisse kann es nach sich ziehen, wenn europäische Industrienationen, im Zuge der gut gemeinten Entwicklungshilfe, Projekte ohne Rücksicht auf Land und Leute realisieren wollen?

Persönliche Meinung: 4 **** (von 5 möglichen)

Ampueros Protagonist, der Privatdetektiv Cayetano Brulé, ermittelt in einem Fall, der weit über die Grenzen Chiles hinausreicht. Und wieder einmal wird dem Leser vor Augen geführt, dass gerade diejenigen, die reinen Herzens sind, als erstes auf der Abschussliste stehen, wenn große Summen im Spiel sind und dubiose, skrupellose Geschäftemacher ihre Chance wittern.

Aus diesen Einzelteilen setzt sich die Geschichte zusammen und entwickelt sich langsam, aber schlüssig, und auch die Spannungskurve steigt kontinuierlich an. 

Da die unterschiedlichen Faktoren nach und nach hinzugefügt werden, behält der Leser, was die Handlung angeht, immer die Übersicht.

„Tod in der Atacama“ ist ein Krimi, der ganz nebenbei auch interessante Fakten über dieses südamerikanische Land und seine weitgehend unbekannten Ureinwohner vermittelt.

TOD IN DER ATACAMA ist gebunden (352 Seiten) bei Bloomsbury Berlin in einer Übersetzung von Cartsten Regling für 19,90 Euro erschienen.

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