Montag, 16. April 2012

FINSTERNIS IN BRESLAU - Historische Rückblende mit großer Genauigkeit

Krimi-Rezension von Jörg Völker

Breslau, 1937. In einem heruntergekommenen Hotel wird eine junge Frau ermordet aufgefunden. Auf der Jagd nach dem Mörder kommt Mock mit der Unterwelt, aber auch mit höchsten gesellschaftlichen Kreisen in Berührung. 

Als er zwei Jahre später, mittlerweile nach Lemberg versetzt, zusammen mit Kommissar Popielski ein Ungeheuer jagt, das wie der Minotauros Jungfrauen tötet, kommt ihm sein früherer Fall wieder in den Sinn. (Verlags-Info)

Marek Krajewski läßt seinen Kommissar Eberhard Mock dieses Mal außerhalb Breslaus ermitteln, in Lemberg und Kattowitz. (Deshalb ist der deutsche Titel irreführend!) Er ist auch nicht die alleinige Hauptfigur. 

Den Rang macht ihm erfolgreich sein polnischer Kollege Edward Popielski streitig. Beide sind auf der Jagd nach einem brutalen Mörder, der auf eine sehr seltsame Art und Weise seine Untaten verübt. 

Anfänglich können die beiden Kommissare nicht sehr gut miteinander, aber dann, nachdem sie sich näher kennengelernt haben, vertrauen sie einander und teilen sich die anstehenden Ermittlungen auf. Sie machen endlich Fortschritte. Und in einem dramatischen Finale bringt Popielski den Täter eigenhändig zur Strecke. 

Mock und Popielski ist kein menschliches Verhalten fremd. Sie haben sehr oft in seelische Abgründe geblickt und sind dadurch für ein normales Leben in ihrer Zeit verloren. Ihr Verhalten gegen Verdächtige ist nicht immer korrekt und normalen Frauen gegenüber sind sie eigentlich beziehungsunfähig.

Persönliche Meinung:
4**** (von 5 möglichen)

Das Buch ist eine historische Rückblende mit großer Genauigkeit. Es enthält eine spannende Geschichte. Die Personen sind „blutvolle“ Geschöpfe mit vielerlei Interessen, die jedoch öfter zu Gewalttaten führen bzw. provozieren. 

Ich habe mich gut unterhalten, wie auch schon mit dem Roman „Der Kalenderblattmörder“ vom selben Autor.

FINSTERNIS IN BRESLAU ist als Taschenbuch (352 Seiten) bei dtv für 9,95 Euro erschienen.

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