Montag, 16. April 2012

DIE BRÜCKE Transit in den Tod - Die nervenaufreibende TV-Serie auch auf DVD



Schon mit den ersten Klängen des Titelsongs Hollow Talk ("Hohles Gerede" von Choir of Young Believers ) wird dem Zuschauer dieser fünfteiligen skandinavischen TV-Serie "DIE BRÜCKE Transit in den Tod", die das ZDF in seinem Sonntagabendprogramm zeigte, klar, dass ihn keiner dieser zur Zeit modernen Comedy/Ulk-Krimis erwartet. (DVD-Trailer gab es leider nicht in deutsch)

Mit "Die Brücke" ist zunächst einmal der erste Tatort, die Örsund-Brücke  gemeint, die Schweden und Dänemark miteinander verbindet. Doch ist "Die Brücke" durchaus auch eine psychologische Entwicklung innerhalb der Serie, die Menschen miteinander verbindet - oder trennt.

Im Mittelpunkt dieser hochspannenden dänisch-schwedischen Koproduktion, die es ähnlich der Produktion "Sarah Lund - Das Verbrechen" schafft, den Zuschauer über die beachtliche Zeit von fast zehn Stunden mit der Lösung eines komplexen Verbrechens zu fesseln, steht die schwedische Kommissarin Saga Norén und ihr dänischer Kollege Martin Rohde, die eine Reihe von Verbrechen klären müssen, die mit einer zersägten Frauenleiche (Oberkörper Politikerin, Unterkörper Prostituierte) auf besagter Brücke beginnt.

Zumindest mit Saga Norén, grandios dargestellt von Sofia Helin, präsentiert der Hauptautor Hans Rosenfeldt (Der Mann, der kein Mörder war) endlich einen erfrischend anderen weiblichen Ermittler-Typ. Entgegen dem üblichen Krimi-Einerlei, lässt Rosenfeldt sie, die offensichtlich an einer leichten Form von Autismus, ähnlich dem Asperger-Syndrom leidet, völlig ohne Gefühlsduselei und Intuitions-Gefasel, logisch stringent und erschreckend sachlich den Mann verfolgen, der vorgibt, mit seinen grausamen Verbrechen, soziale Ungerechtigkeiten in Politik und Gesellschaft anzuprangern.

Und in Umkehrung der meisten Krimi-Handlungen, ist Saga Noréns dänischer Kollege Martin Rohde, ebenfalls großartig von Kim Bodnia gespielt, derjenige, der durch seine Gefühlsprobleme jede Menge Chaos auslöst.

Während das Ermittler-Duo  in den ersten drei Episoden versucht, bei insgesamt fünf medial inszenierten Erpressungsversuchen des -wie er von der Presse genannt wird- "Wahrheitsterroristen", in denen er verschiedene Geiseln (darunter auch Kinder) nimmt, die finale Tötung von Geiseln zu verhindern, zeichnet sich ab Folge 4 ab, dass die Motive des Mörders keineswegs sozialer oder gesellschaftpolitischer Natur sind.

Persönliche Meinung: TOP 5***** (von 5 möglichen)

Rosenfeldt gelingt es meisterhaft, immer wieder Überraschungen einzubauen. Dem Tod schon Geweihte entkommen unerwartet, vermeintlich Gerettete entgehen in letzter Sekunde ihrem tödlichen Schicksal doch nicht.

Es ist ein großes Vergnügen Saga Noréns Entwicklung in der Serie zu verfolgen und dankenswerterweise hat der Autor Sagas Erkrankung mit keinem erklärenden Wort thematisiert. Der Zuschauer muss selbst herausfinden, warum die attraktive Kommissarin plötzlich ungeniert mitten im Büro ihre Bluse auszieht und keiner ihrer Kollegen dies zu bemerken scheint.

Das Ende in Episode 5 lässt den Zuschauer atemlos mit dem dringenden Wunsch nach Fortsetzung zurück.

Hier wächst Saga über sich hinaus und -wie in vielen skandinavischen Krimis- überschreitet das Maß ihrer körperlichen Belastungsfähigkeit die Grenze ins Surreale. 

Doch das verzeiht man dem Autor und vor allem ihr selbst, denn bis dahin hat man sie ins Herz geschlossen, jene Frau, die selbst wohl niemanden jemals in ihr eigenes Herz einschließen kann.

Seit heute gibt es DIE BRÜCKE Transit in den Tod für 32,99 Euro auch auf DVD mit Bonus-Material wie Interviews von Machern und Schauspielern. Und mit einer berechtigten Altersbegrenzung von FSK 16.

  • Darsteller: Sofia Helin, Kim Bodnia, Dag Malmberg
  • Regisseur(e): Charlotte Sieling, Lisa Siwe, Henrik Georgsson
  • Komponist: Johan Söderqvist, Patrik Andrén, Uno Helmersson
  • Format: Dolby, PAL
  • Sprache: Schwedisch (Dolby Digital 2.0 Stereo), Dänisch (Dolby Digital 2.0 Stereo), Deutsch (Dolby Digital 2.0 Stereo)
  • Region: Alle Regionen
  • Bildseitenformat: 16:9 - 1.77:1
  • Anzahl Disks: 5
  • FSK: Freigegeben ab 16 Jahren
  • Studio: Edel Germany GmbH
  • Erscheinungstermin: 16. April 2012
  • Produktionsjahr: 2011
  • Spieldauer: 565 Minuten



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