Freitag, 13. April 2012

DER MORD DES JAHRHUNDERTS - Spannende und informative Zeitreise ins historische New York

Rezension von Elke Heid-Paulus

Über ganz New York verteilt werden die ordentlich abgetrennten Körperteile eines Mannes gefunden. Die Polizei tappt im Dunkeln. Weder Zeugen noch Motive noch Verdächtige bieten Anhaltspunkte. 

Die Spuren führen Reporter und Polizisten in das deutsche Immigrantenmilieu und zu einer verhängnisvollen Dreiecksbeziehung. Doch handelt es sich bei der kopflosen Leiche wirklich um William Guldensuppe? Bis zum Schluss hält der historische Fall mit seinen überraschenden Wendungen die damalige Bevölkerung wie den heutigen Leser in Atem. (Verlagsinfo)

Das Buch von Paul Collins lässt sich nicht eindeutig einem Genre zuordnen, denn es ist sowohl ein historischer Roman als auch ein Krimi als auch ein Sachbuch. Allerdings wird der fiktionale Aspekt durch die Aufarbeitung der reinen Fakten stark in den Hintergrund gedrängt, wodurch aber die Spannung zu keinem Zeitpunkt leidet.

Persönliche Meinung: 5 ***** (von 5 möglichen)

Der Autor schreibt sehr lebendig und atmosphärisch dicht, und lässt so vor den Augen des Lesers das historische New York auferstehen. Unglaublich plastisch geschildert, fühlt man sich mittendrin in der Stadt, die nicht nur einen Mörder, sondern vor allem die Einzelteile der Leiche sucht. 

Und man erfährt noch eine ganze Menge über die Entstehung des Boulevard-Journalismus und lernt große amerikanische Medienmogule wie zum Beispiel Joseph Pulitzer und William Hearst kennen.

Collins hat hervorragende Recherchearbeit für dieses Buch geleistet. Das lässt sich auch an dem ausführlichen Anhang erkennen, in dem die Quellenangaben - sowohl zu dem Fall Guldensuppe als auch zu dem amerikanischen Pressewesen - seine Aussagen belegen.

Eine spannende und informative Zeitreise, die mir sehr gut gefallen hat!

"DER MORD DES JAHRHUNDERTS - Der Fall Guldensuppe" ist gebunden (448 Seiten) im IRISIANA Verlag  in einer Übersetzung von Carina Tessari  für 19,99 Euro erschienen. 

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