Donnerstag, 2. Februar 2012

WEISSE KRÄHE (Hörbuch) - Jugend-Gothic-Krimi, der sich eher für Erwachsene eignet

Autor: Marcus Sedgwick
Verlag: DAV
Auflage: Februar 2012
Sprecher: Maria Koschny, 
Anna Thalbach, Wolfgang Cundrus
Audio CD mit 205 Minuten
Preis 14,59 Euro

Krimi-Rezension von Dani Nimz

Rebecca verbringt den Sommer mit ihrem Vater, einem Polizisten, in dem kleinen Nest Winterfold. Sie trifft auf das Mädchen Ferelith. Das ganze Dorf ist recht finster, die Leute sind wortkarg, die Stimmung ist gruselig, Ferelith ist ein sehr seltsames Kind. 

Und dann ist da noch das Meer, das sich stückchenweise das Land holt. Nach und nach erschließt sich uns das Geheimnis des Ortes und die grauenhaften Vorgänge von vor 100 Jahren.

Der Spannungsbogen wird hauptsächlich von dem Hin und Her um das Verhältnis zwischen Ferelith und Rebecca gehalten und das ganze Buch lebt von dem drohenden Unheil, von dem wir wissen, dass es kommt. Wir wissen nur nicht wie. Und – wir wissen vor allem bis ganz zum Schluss nicht, ob wir Ferelith trauen können. 

Die Geschichte wird verwoben aus drei Handlungs-Strängen: Wir haben eine neutrale Erzählung, die Sicht Fereliths und das Tagebuch des Pfarrers von vor 100 Jahren. Eine jede Sichtweise wird im Hörbuch sehr gelungen untermalt durch Geräusche, im Falle des Pfarrers durch ein bedrohliches dunkles Dröhnen, das fand ich besonders eindrucksvoll. Stück für Stück wächst das Grauen und das Ganze endet in einem spektakulären Finale, in dem wieder alles, was man sich Ferelith betreffend so zurechtgelegt hatte, mit einem Paukenschlag wieder verwirbelt wird. 

WEISSE KRÄHE ist ein Jugendbuch, empfohlen für 14 bis 17 Jahre. Das finde ich persönlich zu niedrig angesetzt. Die Geschichte des Ortes und der Experimente, die dort stattgefunden haben, sind mir für so junge Leser entschieden zu blutig. 

Erwähnenswert finde ich in diesem Zusammenhang, dass das Original in Großbritannien  für 12 bis 15 Jahre angesiedelt ist. Man sollte sich aber davon nicht täuschen lassen. Die  Kinderbuchlandschaft dort ist eine völlig andere. Während hier in den Kinderzimmern Marliese Arold und Conny geht zum Zahnarzt vorgelesen werden, wachsen die Kleinen in Großbritannien mit Roald Dahl auf. Die sind härteren Stoff gewöhnt. 

Ich jedenfalls würde meiner 14jährigen Tochter dieses Buch noch nicht auf den Nachttisch legen. 

Zieht man in Betracht, dass wir im KrimiKiosk normalerweise nur Erwachsenen-Krimis und Thriller besprechen, möchte ich keine Wertung in Form von Sternen abgeben. Hier liegt ein Gothic-Thriller vor, noch dazu ein Jugendbuch.

Ich würde aber eine Kaufempfehlung aussprechen, vorausgesetzt der Leser/die Leserin befinden sich eher im oberen Bereich des vom Verlag empfohlenen Lese-/Höralters.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Hinweis: Nur ein Mitglied dieses Blogs kann Kommentare posten.