Donnerstag, 2. Februar 2012

SUCHE - Verschwundene Mädchen auf Spitzbergen

Krimi-Rezension von Jörg Völker

Niemand verschwindet einfach so auf Spitzbergen

Longyearbyen, die Hauptstadt von Spitzbergen: Im städtischen Kindergarten gehen seltsame Dinge vor sich. Immer wieder verschwinden Kinder von dort. Sie sind nicht lange fort. Die Erzieherinnen sind beunruhigt, nehmen es aber nicht wirklich ernst, dass die Kinder nicht erzählen wollen, wo sie gewesen sind. Eines Tages tritt dann das Gefürchtete ein: Ein kleines Mädchen verschwindet - und taucht nicht mehr auf. Eine hektische Suche beginnt. 

Die Spuren, die sie hinterließ, führen in die Grubenschächte, hinunter in die Tiefe stillgelegter Kohlengruben auf Spitzbergen. Und bald wird klar, dass sie nicht die Einzige ist, die in der überschaubaren Welt von Spitzbergen verloren ging ... 

Monica Kristensens Roman „Suche“ führt uns eindrucksvoll das Leben auf Spitzbergen vor : kleine, überschaubare Orte im vereisten, verschneiten und sturmumtosten Inselgelände im Nordmeer. Alles hängt am Tropf des norwegischen Festlands, wird beherrscht von dem Kohlebergbau unter schwierigsten Bedingungen. 

Augenscheinlich ist alles in Ordnung, aber das scheinbare Idyll wird jäh enttarnt als „Leben auf dem Pulverfass“. 

Durch die Suche nach einem verschwundenen Kind wird plötzlich offensichtlich, wie weit verbreitet berufliche, familiäre und soziale Schwierigkeiten sind. 

Der daraus rührende Ausbruch von Gewalt bedroht empfindlich das fragile Gleichgewicht der Kräfte. 

Persönliche Meinung: 4**** (von 5 möglichen)

Die Autorin beschreibt Land und Leute so plastisch, dass der Leser sich das Geschehen gut vorstellen kann. Man merkt dem Buch deutlich an, dass Monica Kristensen sich hier auskennt. Die erzeugte Spannung fesselt bis zum Ende. 

Ein gelungenes Werk, dem ich gerne 4 Sterne gebe.

SUCHE ist als Taschenbuch (336 Seiten) bei btb in einer Übersetzung von Christel Hildebrandt für 9,99 Euro erschienen.

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