Mittwoch, 8. Februar 2012

DAS HANDWERK DES TEUFELS - Brutal, verstörend, beeindruckend - ein herausragendes Leseerlebnis

Krimi-Rezension von Elke Heid-Paulus

Der junge Arvin wächst in den fünfziger Jahren im heruntergekommenen Niemandsland des Mittleren Westens auf. Hier hat sich der amerikanische Traum in einen fiebrigen Albtraum verwandelt, der bevölkert wird von psychopathischen Verbrechern, korrupten Sheriffs und religiösen Fanatikern. Arvin ringt um einen Ausweg aus dieser Welt. Doch als seine Freundin vom Ortsprediger missbraucht wird und sich daraufhin erhängt, nimmt auch er das Gesetz in die eigene Hand. 

Zur gleichen Zeit, nur wenige Meilen entfernt, brechen die beiden Serienkiller Carl und Sandy zur Jagd auf. Sie locken arglose Tramper in ihren Wagen, um sie dort auf brutale Art und Weise umzubringen. Irgendwo in der Tiefe des Hinterlandes, in jenem unsichtbaren Grenzgebiet zwischen Zivilisation und archaischer Grausamkeit, kreuzen sie schließlich Arvins Weg. (Verlagsinfo)

Nach der Veröffentlichung eines Bandes mit Erzählungen hat Donald Ray Pollock nun mit seinem ersten Roman bewiesen, dass er ein ganz Großer der amerikanischen Literatur ist. „Das Handwerk des Teufels“ hat mich von der ersten Zeile an gepackt und bis zum Ende nicht mehr losgelassen.

Es ist heftig, erschreckend, ergreifend, beängstigend, wundervoll und großartig – und das alles gleichzeitig.

Persönliche Meinung: 6 ****** (von 5 möglichen)
-als Roman-

Kein Zweifel, es ist ein ‚dunkles‘ Buch, und die meisten Menschen, denen wir in diesen Landstrichen in West-Virginia und Ohio begegnen, möchte man unter keinen Umständen zwischen Nacht und Dunkel treffen. 

Es wird erst allmählich im Laufe der Handlung klar, in welchen Beziehungen sie zueinander stehen, und wie die Ereignisse aus der Vergangenheit die Gegenwart beeinflussen. Und für jeden dieser Menschen gibt es weder Hoffnung noch Erlösung, sondern lediglich einen Platz in der Hölle.

Die Geschichte entwickelt sich rasant, und so kann man das Buch kaum noch aus der Hand legen und hetzt durch die Seiten, ohne Luft zu holen. Pollock schreibt sehr anschaulich und findet immer die richtigen Worte, so dass man das billige Parfüm und den Schweiß riecht, den Whiskey und den Kaffee schmeckt und die seit Wochen ungewaschene Kleidung förmlich auf der Haut fühlt.

Gewaltig, brutal, beeindruckend und verstörend, ein herausragendes Leseerlebnis – mein Buch des Monats!

DAS HANDWERK DES TEUFELS ist gebunden (304 Seiten) im Liebeskind Verlag in einer Übersetzung von Peter Thorberg für 19,80 Euro erschienen.

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