Mittwoch, 4. Januar 2012

TOD EINES PHILOSOPHEN - Gelungener Roman eines Verbrechens

KrimiRezension von Jörg Völker

Über „Lebens Ende, philosophisch“ wollte der umstritte­ne Moralphilosoph Nierkamp referieren. Doch kurz davor wird er in seiner Wohnung auf dem Stuttgarter Weißenhof ermordet – mit Bauschaum erstickt. 

Der akademische Elfenbeinturm fasziniert die Ermittler, zeigt aber bald Risse. Wie der Professor mit seinen Doktorandinnen umging, war ein Skandal. Ein Exfreund der letzten Gespielin ver­sucht, Nierkamps Konto ab­zuräumen. Ein Fakul­tätskollege gerät unter dringenden Tatver­dacht, und bald zeigen sich unerwartete Bezüge zum organisierten Verbrechen. Ein alter italienischer Fabrikant spaziert amüsiert durch den Fall, über den es zu einem handfesten Krach mit dem Staatsanwalt kommt. Und zum Schluss ist in einem Kabinettstück von Strafprozess nochmals alles offen.

Man merkt dem Roman von Dieter de Lazzer sofort an, dass er von einem sehr erfahrenen Autor geschrieben  worden ist, der allein oder zusammen mit anderen schon viele spannende Kriminalgeschichten für das Fernsehen geschrieben hat. 

Hinzu kommt die umfassende Bildung und Ausbildung des Schriftstellers, die sich in dem wissenschaftlichen Unterbau des vorliegenden Romans wiederfindet. Der Autor versteht es aber auch, dies gut lesbar in die Geschichte einzubetten. Er vermeidet dabei geschickt Überfrachtungen des Textes. 

Persönliche Meinung: 
5***** (von 5 möglichen)

Der entstandene Roman ist von vielen originellen Typen bevölkert und versammelt hierbei sowohl den Normalbürger als auch Honoratioren aus Stuttgart und den akademischen Über- und Unterbau der dortigen Universität. Sogar familiäre Verbindungen zur Mafia werden aufgedeckt. 

Letztendlich stellt sich heraus, dass auch noch so wortmächtige Streithähne irgendwann am Ende ihrer Möglichkeiten anlangen können und eigentlich regelwidrig zu Tätern werden. 

„Tod eines Philosophen“ ist nicht nur ein Kriminalroman im engeren Sinne, sondern auch ein Roman, in dem Verbrechen geschehen. 

Den gelungenen Versuch einer Synthese belohne ich gerne mit 5 Sternen.

TOD EINES PHILOSOPHEN ist broschiert (269 Seiten) bei Königshausen & Neumann für 14,80 Euro erschienen.

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