Dienstag, 6. Dezember 2011

SÜSSES ALIBI - Hoffentlich nicht van Larkens letzter Fall

Krimi-Rezension von Nicole Glücklich
Redaktionsmitglied The Bakerstreet Chronicle

Mit „Süßes Alibi“  hat der Autor Stefan Winges den dritten Band um den „Sherlock Holmes von Köln“ Marius van Larken geschrieben:

Marius van Larken wird in einem eigentlich belanglosen Fall von gestohlenen Patentplänen hinzugezogen, doch kaum will sein Klient ihm ein wichtiges Beweisstück zeigen, wird er ermordet. Nun wird der Fall für Larken gleich viel interessanter.

Während Kommissar Strammel längst seinen Täter ausfindig gemacht und inhaftiert hat, glaubt Larken, dass der Fall keineswegs so eindeutig ist, wie er scheint. Und natürlich soll er damit Recht behalten. Die Lösung des Falls ist dann aber ebenso überraschend wie süß!

Marius van Larken ist ein wenig ruhiger geworden – verglichen mit den ersten beiden Bänden der Reihe. Doch sein Humor ist noch ebenso trocken und seine Bemerkungen ebenso lakonisch und spitzzüngig wie eh und je. Und auch all die Menschen um ihn herum müssen immer noch stets geduldig und nachsichtig mit dem exzentrischen Detektiv sein – ganz wie bei seinem Londoner Vorbild.

Eigentlich kann man Stefan Winges’ Van-Larken-Reihe nicht als Sherlock-Holmes-Pastiches bezeichnen, denn Holmes kommt darin ja nicht vor. Und doch weiß jeder, an wen der exzentrische Kölner Privatdetektiv und sein Sozius Dr. Möring angelehnt sind.

Stefan Winges hat es jedoch wie kein zweiter deutscher Pastiche-Autor geschafft, nicht nur eine dem Original würdige Adaption sondern ein neues und eigenständiges kleines Universum zu erschaffen. Marius van Larken muss weder mit Pfeife, Lupe und Deerstalker durch Köln marschieren, um als Alter Ego des Londoner Meisterdetektivs wahrgenommen zu werden, noch muss er schlecht kopierte Zitate aus dem Holmes-Kanon wiedergeben.

Stefan Winges hat bereits Erfahrung mit dem Meisterdetektiv gesammelt. Bevor er dem Kölner Pendant auf die Bühne der Öffentlichkeit verhalf, verfasste er mehrere Sherlock-Holmes-Pastiches, darunter „Der vierte König“, welcher ebenfalls in Köln spielt. Im letzten Jahr veröffentlichte der Emons-Verlag bereits die ersten beiden Teile der Larken-Trilogie „Ein Drei-Tassen-Problem“ und „Mord im Afrika-Klub“.

Persönliche Meinung: 5***** (von 5 möglichen)

Wenn es an dem Büchlein überhaupt etwas auszusetzen gibt, dann ist es definitiv die Umschlaggestaltung. Ich kann mir zwar gut vorstellen, wieso diese Gestaltung gewählt wurde, und die Gründe dafür auch nachvollziehen – schön finden muss ich es allerdings nicht.

Eine Trilogie, bei der der dritte Band optisch komplett abweicht, finde ich nicht so toll. Und abgesehen davon, fand ich die Gestaltung mit den historischen Bildern auch viel passender. Damit ist die Kritik aber auch schon abgeschlossen.

Ich hoffe, dass es noch viele weitere Geschichten um den Kölner Sherlock Holmes geben wird.

Mit seinem handlichen kleinen Format ist „Süßes Alibi“ nicht nur für Kölner und Sherlock-Holmes-Fans ein wunderbares Mitbringsel!

SÜßES ALIBI ist broschiert (176 Seiten) im Emons Verlag für 8,95 Euro erschienen.

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