Dienstag, 13. Dezember 2011

PERSILSCHEIN - Spannende Geschichte aus der Nachkriegs- und Wiederaufbauzeit



Deutschland 1950: In einem Hinterhof wird ein Mann mit durchschnittener Kehle aufgefunden. Peter Goldstein, der die Ermittlungen in dem Mordfall übernimmt, trifft schnell auf ein Problem: Der Tote hatte zwei Identitäten. Als Uwe Schmidt bewohnte er ein Mansardenzimmer, das offensichtlich durchsucht wurde. Die Wohnung, die der Tote als Knut Lahmer angemietet hat, ist unangetastet geblieben. Dort entdeckt Goldstein eine Pistole und ein Soldbuch, das verrät, dass Lahmer Angehöriger der Geheimen Feldpolizei war. (Verlagsinfo)

"Persilschein" ist der Abschlussband der Trilogie um Kommissar Peter Goldstein, eine historische Krimireihe, deren Handlungsort das Ruhrgebiet ist – und gleichzeitig eine bitterböse Heimatkunde.

Goldstein ist kein strahlender Held, der ohne Fehl und Tadel seine Fälle löst, sondern ein Mensch mit Schwächen, der als Mitläufer in der Zeit des Nationalsozialismus (in: "Goldfasan") schwere Schuld auf sich geladen hat.

Jan Zweyer erzählt in seinem neuen Buch eine spannende Geschichte aus der Nachkriegs- und Wiederaufbauzeit in Herne. Auch dort versuchen die Honoratioren, mit allen ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln, ihre Pfründe zu sichern. Mit Hilfe von fragwürdigen "Persilscheinen" im Zuge der Entnazifizierung versuchen sie sich reinzuwaschen, damit sie von den Alliierten bei der Vergabe der öffentlichen Ämter berücksichtigt werden und ihre Karriere nicht gefährden. 

Und kaum einer von ihnen ist ohne Schuld, jeder hat seine Leichen im Keller - auch Goldsteins Chef, Kriminalrat Saborski.

Persönliche Meinung: 5 ***** (von 5 möglichen)

Der Autor erzählt seine Geschichte mit sehr viel Lokalkolorit. Er hat zweifelsfrei hervorragend recherchiert und schafft es, vor dem Auge des Lesers diese Umbruchzeit der bundesrepublikanischen Geschichte lebendig werden zu lassen.

Die Spannung resultiert für mich weniger aus der Krimihandlung als aus den geschilderten gesellschaftspolitischen Um- und Zuständen und dem daraus folgenden Verhalten der Personen, die Zweyer in seinem Buch beschreibt. 

Für mich war "Persilschein" ein sehr spannender historischer Roman, und ich empfehle ihn gerne all jenen Lesern, die an dieser interessanten Periode der deutschen Geschichte interessiert sind.

1 Kommentar:

  1. Am Mittwoch, 18. Juni 2012 kann man Jan Zweyer in Düsseldorf live erleben, wo er um 19.00 Uhr in der Stadtteilbibliothek Bilk aus dem Roman lesen wird

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