Montag, 5. Dezember 2011

EINMAL DURCH DIE HÖLLE UND ZURÜCK - Grandios gelesen von Christoph Maria Herbst

Autor: Josh Bazell
Verlag: Der Hörverlag
Auflage: Dezember 2011
Sprecher: Christoph Maria Herbst
gekürzte Lesung
6 Audio CD mit 6 Std. 33 Min
Preis: 17,95 Euro




Krimi-Rezension: Nicole Glücklich
Red.-Mitglied The Bakerstreet Chronicle

Mit diesem Roman schickt Josh Bazell seinen Mafiakiller Pietro Brwna in einem zweiten und dazu äußert ungewöhnlichen Fall ins Rennen:

Unter einem Decknamen agierend, wird Brwna von einem Millionär angeheuert, um in Kanada an einer Expeditionstour teilzunehmen, deren Teilnehmer einem Ungeheuer auf der Spur sind. Das ominöse White-Lake-Monster soll angeblich mehrere Menschen auf dem Gewissen haben und die Expedition will nun endlich einen Beweis für seine Existenz finden. Brwna reist gemeinsam mit der Paläontologin Violet Hurst in die kanadische Einöde und muss schnell feststellen, dass so ziemlich jeder Einwohner des Städtchens, in dem sie gestrandet sind, Dreck am Stecken hat. Und auch die Suche nach dem „Monster“ endet in einem bizarren Fiasko.

„Einmal durch die Hölle und zurück“ ist die erfolgreiche Fortsetzung von Bazells Bestsellerroman „Schneller als der Tod“, der in über 30 Sprachen übersetzt und 2010 mit dem Deutschen Krimi-Preis ausgezeichnet wurde.

Persönliche Meinung: 4,5 Sterne (von 5 möglichen)

Auch die Fortsetzung sehr originell und temporeich und macht viel Spaß, auch wenn die Suche nach einem Seemonster nicht unbedingt das klassische Krimithema ist. Vielleicht hätte der Verlag auf eine Übersetzung des Titels besser verzichtet und wäre beim Originaltitel „Wild Thing“ geblieben, denn das trifft den Inhalt des Romans tausendmal besser als der deutsche, doch das hat ja glücklicherweise keine Auswirkungen auf die Geschichte.

Die Auflösung der Erzählung ist erfreulicherweise ganz unesotherisch und glaubwürdig – und das Finale klingt ganz nach einer weiteren Fortsetzung mit möglicherweise neuen Feinden für den Mafiakiller. Amüsant ist vor allem auch, mit welcher Dreistigkeit der Autor z.B. die amerikanische Politikerin Sarah Pailin durch den Kakao zieht, die einen Auftritt in der Geschichte hat und ebenfalls „das Tier“ jagt – wenn auch aus ganz anderen Gründen als die anderen Expeditionsteilnehmer.

Gesprochen wird das Hörbuch von einem großartig aufgelegten Christoph Maria Herbst, dem die Rolle des Pietro Brwna regelrecht auf den Leib geschrieben zu sein scheint. Über Herbsts Rolle als „Stromberg“ kann man sicher geteilter Meinung sein, aber Brwnas Lakonie und seinen trockenen Humor transportiert er durch seine Erzählweise grandios. Bei der vorliegenden Hörbuchfassung handelt es sich um eine gekürzte Fassung des Romans, was der Geschichte und der Spannung aber keinen Abbruch tut.

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