Donnerstag, 24. November 2011

KLUFTINGER Zwei Einzelzimmer, bitte! - Kurzgeschichten Ja, Merchandising Nein!

Rezension von Dani Nimz

Kommissar Kluftinger reist nicht gern – seine geistigen Väter sind wegen ihm jedoch in ganz Deutschland unterwegs. Dieses Nomadenleben zwingt den beiden Allgäuern bisher ungeahnte Herausforderungen auf, denen sie sich mutig stellen: Wie verhält man sich auf einem roten Teppich, wenn einen kein Fotograf knipsen will, welche Allüren sollte man sich zulegen, um in der literarischen Welt ernst genommen zu werden? Und, allen voran, wie macht man den Veranstaltern klar, dass auch für ein Autorenduo ein Doppelzimmer keinesfalls in Frage kommt? (Verlags-Info)

Ich bin Kluftinger-Fan seit dem ersten Roman. Ich war bei zwei Lesungen dabei und ich würde wieder gehen, denn ich habe mich jedes Mal prächtig amüsiert. (Der Spruch über die norddeutschen Frauen allerdings... hmm... da müsste man noch mal ganz scharf überlegen, ob man den auch in Berlin anbringen sollte). Nun haben die Autoren Klüpfel und Kobr sich berufen gefühlt, ihre Reise- und sonstigen Erlebnisse zu Papier zu bringen.  Kann man machen. Muss man aber nicht.

Die Texte sind amüsant bis nervig, die Stimmung, die in den Lesungen vorherrscht, wird im Buch leider nicht transportiert. Das ginge auch gar nicht, denn bei einem Klüpfel/Kobr-Event muss man live dabei sein, hier bekommen wir nur einen lauen Aufguss und Anekdötchen vorgesetzt, die in Buchform verpackt leider nicht überzeugen. Als Geschichtchen auf der Facebookseite reichte es auch.

Rausgerissen haben es dann allerdings die Kurzgeschichten in diesem Buch.

Ich mag den Klufti einfach, ich kann es nicht ändern. In gewohnter Manier grantelt und tollpatscht er durch seine Welt – ein sympathischer grober Klotz, man muss ihn einfach gern haben! Mit dieser Figur haben Klüpfel/Kobr verdientermaßen großen Erfolg.

Persönliche Meinung: 3*** (von 5 möglichen)
nur wegen der Kurzgeschichten

Manchmal ist weniger mehr. Einen allgegenwärtigen Kluftinger mag man irgendwann nicht mehr sehen. Wir brauchen übrigens auch weder Kluftinger-Kochbücher noch Kluftinger-Brettspiele.

Ich freue mich allerdings schon sehr auf Kluftingers nächsten Fall, einen mindestens 300 Seiten starken Krimi. Also, lieber Michi und lieber Volker, bitte, bitte schreibt weiter so tolle Kriminalromane und vergeudet eure Zeit nicht mit Merchandising!

"Zwei Einzelzimmer, bitte!" ist als Taschenbuch (224 Seiten) im PIPER Verlag für 9,95 Euro erschienen

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