Mittwoch, 21. September 2011

FRENCH 75 - Mit vielen Gedichten

Krimi-Rezension von Jörg Völker

Ich werde verfolgt Wo sind sie Sie? Ich komme sofort! Nein, nicht jetzt, ich werde am Telefon belästigt. Na dann, glaubt Pawel Höchst, der alte Seebär, der sich in Rostock als Privatdetektiv niedergelassen hat, ist es auch nicht so eilig. Da kann er auch erst einmal mit der Suche nach einem anständigen French 75 weitermachen. Nur schade, dass seine hübsche Klientin wenig später tot ist.

Als Pawel der Sache auf den Grund gehen will, gerät er auch noch ins Fadenkreuz der Ermittler von Kripo und BKA, die ihn für den geheimnisvollen Serienkiller halten, der in ganz Deutschland wahllos Frauen umbringt. Aus der U-Haft entlassen, begibt er sich auf die Suche nach dem wahren Täter. Denn jeder hinterlässt eine Spur und Pawel ist jetzt richtig sauer. (Verlags-Info) 

„French 75“ beruht auf einer guten Grundidee.



Die spannende Handlung wird aus der Sicht dreier Personen vorangetrieben : einmal aus der Sicht des kantigen Privatdetektivs Pawel Höchst, eines Rußland-Deutschen und Ex-Fischers, zum anderen aus der des jungen, erfolgreichen polyglotten Lyrikers Tobias Siegfried März und schließlich aus der des jungen Call-Center-Mitarbeiters Tim Leidgen, einem sportlichen Radfahrer.



Pawel Höchsts Lebensumstände, seine Herkunft, seine Einstellung und Denkweise sind sehr schlüssig dargelegt.



Der moderne Literaturbetrieb, in dem sich Tobias Siegfried März tummelt, erfährt eine satirische und genaue Beschreibung, unterfüttert durch die Lebensgeschichte Arthur Rimbauds und ergänzt durch zahlreiche Zitate aus dem Werk desselben.



Auch der oft sinnentleerte und frustrierende Alltag der Call-Center-Mitarbeiter wird sehr lebendig beschrieben.



Erst allmählich erschließt sich dem Leser, welche Rollen Tobias und Tim in der erzählten Geschichte spielen.

Persönliche Meinung: 3,5 Sterne (von 5 möglichen)

Ein origineller Plot, interessante, glaubhafte Charaktere, gut vorgestellte Örtlichkeiten, ein überwiegend gut gehaltener Spannungsbogen machen den Unterhaltungswert des Buches aus.



Vielleicht stören sich manche Leser an den vielen Gedicht-Passagen...

FRENCH 75 ist als Taschenbuch (201 Seiten ) im Sutton Verlag für 12,00 Euro erschienen

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Hinweis: Nur ein Mitglied dieses Blogs kann Kommentare posten.