Montag, 29. Mai 2017

SHERLOCK Staffel 4 ist Pfingsten in der ARD zu sehen - Mit Benedict Cumberbatch & Martin Freeman

SHERLOCk Staffel 4 © Hartswood Films 2016/BBC

TV-Tipp / TV-Kritik von Nicole Glücklich

Das Erste sendet drei neuen Folgen der BBC-Reihe SHERLOCK (ARD Degeto) mit Benedict Cumberbatch, Martin Freeman u.v.a.

Die Sendetermine:
Sherlock - Die sechs Thatchers
4. Juni 2017, 21:45 Uhr

Sherlock - Der lügende Detektiv
5. Juni 2017, 21:45 Uhr

Sherlock - Das letzte Problem

11. Juni 2017, 21:45 Uhr

Lange mussten sich die Fans der BBC-Serie SHERLOCK gedulden, nun endlich hat es Staffel 4 auch nach Deutschland geschafft.

Warum man in Deutschland ganze sechs Monate benötigt, um drei 90-Minuten-Filme zu synchronisieren, während das Finale sogar schon vor der Ausstrahlung der englischen Originalfolgen in russischer Synchronisation im Internet geleaked wurde, bleibt wie schon bei den Staffeln zuvor ein Rätsel.

Immerhin konnte die ARD bei den Staffeltiteln – „Die sechs Thatchers“, „Der lügende Detektiv“ und „Das letzte Problem“ – dieses Mal nicht viel falsch machen.

Die Synchronisation ist wie immer solide, auch wenn manche Wortspiele natürlich leiden, was jedoch einfach grundsätzlich der Übertragung in eine andere Sprache geschuldet und nicht zu vermeiden ist.

Nun zum Inhalt: Leider hat die Serie meiner Meinung nach schon nach Staffel 2 an Spannung, Glaubwürdigkeit und Authentizität eingebüßt. Benedict Cumberbatch ist längst nicht mehr das unverbrauchte Gesicht wie zu Beginn, als ihn noch fast niemand kannte. Und auch sein Sherlock Holmes menschelt zunehmend und wird dadurch einfach unglaubhaft.

Gleichzeitig merkt man, trotz der langen Pause zwischen den Staffeln, den kreativen Einbruch der geistigen Väter der Serie, Mark Gatiss und Steven Moffat. Biederten sich die beiden in der 3. Staffel dem Fandom an, verlieren sie in dieser Staffel komplett den Faden.

Während die erste Folge „Die sechs Thatchers“ noch viele Anleihen an das Original macht, sinkt der Anteil zunehmend, bis er im Finale, Das letzte Problem“  seinen absoluten Tiefpunkt erreicht. Oder sollte das doch eher ein Bewerbungsvideo für Cumberbatch als nächster James Bond sein? Man weiß es nicht.

Zu allem Übel ist da noch das vollkommen überflüssig in die Geschichte gebrachte Baby Rosamund und die Dauerpräsenz von Amanda Abbington als Mary Watson. Selbst im Tod geht sie dem detektivischen Gespann mit ihrer fast schon übermenschlichen Voraussicht auf die Nerven. Wieso? Martin Freeman hatte sich bereits vor den Dreharbeiten von seiner langjährigen Lebensgefährtin getrennt, durfte dies aber erst kurz vor der englischen Ausstrahlung bekannt geben.

Alles in allem bleibt zu hoffen, dass diese Staffel die letzte war. Was großartig in Staffel 1 begann und sich bis zu dem furiosen Höhepunkt in „Der Reichenbach-Fall“ steigerte, ist nun endgültig auf dem Niveau des amerikanischen Pendants angelangt, wo man sich fragen muss, was das alles überhaupt noch mit Sherlock Holmes zu tun hat.

Sehr schade, wo doch zum Beispiel Tobey Jones als Culverton Smith eine grandiose Vorstellung abliefert. Die Fans der Serie werden die Folgen ohnehin schon im Original gesehen haben, anstatt ein halbes Jahr auf eine Synchronisation zu warten, und der „Otto-Normal-Seher“, der am nächsten Tag arbeiten gehen muss, wird wohl eher auf die Mediathek zurückgreifen (sofern verfügbar), da die Sendezeit eher suboptimal ist.

Wer mehr über die Entwicklung der Serie und ihre Parallelen zu Sir Arthur Conan Doyles Originalgeschichten erfahren möchte, kann sich in der Spezialausgabe des Baker Street Chronicle der Deutschen Sherlock-Holmes-Gesellschaft informieren: Baker Street Chronicle "SHERLOCK Special" 

Darsteller
Sherlock Holmes - Benedict Cumberbatch 
Dr. John Watson - Martin Freeman 
Mrs. Hudson - Una Stubbs 
Detective Inspector Lestrade - Rupert Graves 
Mycroft Holmes - Mark Gatiss 
Molly Hooper - Louise Brealey 
Mary Watson - Amanda Abbington

Regie:
Rachel Talalay (Die sechs Thatchers)
Nick Hurran (Der lügende Detektiv)
Benjamin Caron (Das letzte Problem)
Buch:
Steven Moffat, Mark Gatiss

Kamera:
Stuart Biddlecombe (Die sechs Thatchers) 
Neville Kidd (Der lügende Detektiv) 
David Luther (Das letzte Problem)

Szenenbild : Arwel Wyn Jones
Kostümbild: Sarah Arthur
Maske: Claire Pritchard-Jones
Musik: David Arnold, Michael Price

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