Mittwoch, 19. April 2017

THE MISSING Wo ist Oliver? - Spannender, aber quälender Vierteiler über die Suche nach einem Fünfjährigen im ZDF

Tony Hughes (James Nesbitt) sucht verzweifelt Oliver
© ZDF und Jules Heath
TV-Tipp / TV-Kritik von Hannah Weidthaus

Ab Sonntag 23. 04.17 zeigt das ZDF  jeweils um 22.05 Uhr die vierteilige Krimireihe THE MISSING – Wo ist Oliver? In den Hauptrollen: James Nesbitt als verzweifelter Vater Tony Hughes und Frances O'Connor als Mutter (Emily) zwischen Hoffnung und Trauer.

Nur für einen einzigen kurzen Augenblick lässt der englische Urlauber Tony (James Nesbitt) in einem überfüllten französischen Lokal die Hand seines fünfjährigen Sohnes Oliver los und das Unfassbare geschieht: Der Junge ist spurlos verschwunden und taucht nicht wieder auf. 

Ab diesem Moment tut sich ein acht Jahre währendes Martyrium der Eltern auf. Immer wieder scheint es Spuren und Verdächtige zu geben, immer wieder scheint die Aufklärung des Schicksals von Oliver zum Greifen nahe und immer wieder zerschlägt sich jeder winzige Funken Hoffnung.

Der Vierteiler "THE MISSING Wo ist Oliver" spielt auf zwei (am Ende sogar ganz kurz auf drei) Zeit-Ebenen: er beginnt in der Gegenwart, acht Jahre nach Olivers Verschwinden, und führt auf einer zweiten Ebene zurück in die Zeit kurz nach dem traumatischen Ereignis, in die Zeit des frischen Schmerzes, der Suche, der Verdächtigungen, des Bangens und Hoffens. Von dort aus rollt sich die Geschichte zeitlich vorwärts auf.

Der Sprung von einer Zeitebene in die nächste ist nicht immer sofort erkennbar und erfordert vom Zuschauer einiges an Konzentration zumal sich das Geschehen später auch noch in unterschiedlichen Ländern mit vielen Beteiligten abspielt.

Schon zu Beginn weiß der Zuschauer, dass die Ehe von Tony und Emily  Hughes über der Tragödie zerbrochen ist. Man durchlebt -spannend gemacht- alle Stadien, die die Eltern durchlaufen, quälend mit, wobei Olivers Vater seinen Schmerz aggressiv nach außen richtet, während Emily ihn nach innen richtet und selbstzerstörerisch reagiert. Lebt Oliver noch? Wurde er entführt oder ermordet? Wird er gefangen gehalten, gequält? Wäre es nicht unter Umständen sogar besser, er wäre tot? Die Hoffnung treibt die Hughes an, sie zerstört sie aber auch.

Doch nicht nur für die Hughes hat Olivers Verschwinden Folgen. Der gesamte Ort sogar die ermittelnde Polizei, macht im Fokus der internationalen Presse eine schwierige Entwicklung durch. Sind zunächst noch alle hilfsbereit und besorgt, entwickelt sich mit den Jahren eine Abneigung gegen die Hughes und das Ereignis, das dem Ort so viele negative Folgen bescherte.

Nach acht Stunden (in der englischen Original-Version sind es acht Episoden), in denen man die qualvolle Pein der Ungewissheit von Olivers Verbleib als Zuschauer in allen Facetten mit den Eltern durchlebt hat, wird offenbar, was mit Oliver in der Nacht seines Verschwindens wirklich geschehen ist.

Trotzdem wird "THE MISSING Wo ist Oliver" viele Zuschauer (wie bereits auch in Großbritannien) frustriert zurücklassen, denn es gelingt dem Regisseur mit den letzten Minuten, die ganze Wucht der verzweifelten Ungewissheit solcher Vermisstenfälle auf den Zuschauer unmittelbar zu übertragen. Das wird nicht jedem gefallen, ist aber letztlich der Realität, in der es eben nicht wie im Krimi abläuft, brutal nahe.

Tony HughesJames Nesbitt
Emily HughesFrances O'Connor
Ian GarrettKen Stott
Mark WalshJason Flemyng
Malik SuriArsher Ali
Khalid ZianeSaïd Taghmaoui
Vincent BourgTitus De Voogdt
Laurence RelaudÉmilie Dequenne
Georges DeloixEric Godon
Celia BaptisteAnastasia Hille
Julien BaptisteTchéky Karyo

BuchHarry Williams
BuchJack Williams
KameraOle Bratt Birkeland
MusikDominik Scherrer
RegieTom Shankland
SzenenbildPaul Cripps

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