Freitag, 17. Februar 2017

TRAPPED Gefangen in Island - Neue fünfteilige Serie im ZDF-Sonntagsprogramm

Kommissar Andri (Ólafur Darri Ólafsson)
© ZDF und Lilja Jónsdóttir for RVK Studios

TV-Tipp / TV-Kritik von Hannah Weidthaus

Trapped – Gefangen in Island (5-teilige isländische Krimiserie) ist in deutscher TV-Premiere ab Sonntag, (19.02.17) jeweils um 22.00 Uhr im ZDF zu sehen

In Koproduktion mit dem isländischen Fernsehen RÚV und dem ZDF ist der isländische Erfolgsregisseur Baltasar Kormákur erstmals ein Serienprojekt angegangen. Schauspieler Ólafur Darri Ólafsson hat die Hauptrolle Andri, Polizeichef eines isländischen Dorfes, übernommen.

Die erste Episode beginnt mit einem feurigen Ereignis der Vergangenheit, dessen Verknüpfung zur Gegenwart zunächst verwirrt und erst später klar wird.

Ein verschlafenes Fischerdorf an der Küste Islands. Die Einwohner und allen voran Polizist Andri werden mit mysteriösen Morden konfrontiert, während sich ein heftiger Schneesturm zusammenbraut.

Eine Leiche wird gefunden als eine dänische Touristenfähre im Fjord anlegt. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass die Leiche von Bord der Fähre kam, auf der die Passagiere sich zum Ausstieg vorbereiten.

Zunächst darf deshalb niemand die Fähre verlassen, was die Situation an Bord eskalieren lässt, zumal der Kapitän nicht mit den Behörden kooperieren will. Als Andri schließlich die Sperre aufheben muss, verlassen nicht nur Mannschaft und Passagiere die Fähre...

Ein Schneesturm schließt den Ort von der Außenwelt ab und während die kleine Polizeistelle unter Andris Führung ohne Hilfe der Kriminalisten von Reykjavik ermitteln muss, gibt es weitere Tote.

Spannend gemacht, zeigt TRAPPED (englisch für -in einer Falle- gefangen) eine typische "closed in"-Krimihandlung: Alle Beteiligten können nicht weg und niemand kann von außen helfen. Dabei findet das "Gefangen- bzw in der Falle-Sein" auf verschiedenen Ebenen statt. Einerseits die physische "Gefangenschaft" auf der Fähre und im eingeschlossenen Ort, anderseits das Gefangensein in Denkmustern oder sozialen Strukturen.

Natürlich gibt es (wie in allen nordischen Krimis) auch eine politische Komponente und die Ermittler werden von privaten Problemen getrieben, doch das ordnet sich der Krimi-Handlung angenehm unter. 

Das Ermittler-Team ist sympathisch, Kommissar Andri hat eine nicht ganz aufgeklärte Vorgeschichte, die auf eine Fortsetzung der Reihe hindeutet und es gibt ein paar schräge Protagonisten, wie den Rollstuhlfahrer, der seine Umwelt per Fernrohr im Blick behält.

Die Landschaft ist fotografisch toll in Szene gesetzt, ähnlich wie bei den Shetland-Krimis. Die isländischen Namen der meisten Protagonisten sind dagegen für deutsche Zuschauer nur schwer zu merken.

Und dann zeigt TRAPPED natürlich jede Menge Eis & Schnee, die einen schon beim Zuschauen frösteln lassen, während man ganz nebenbei lernt, dass die Aufschrift "Lögreglan" auf den Jacken das finnische Wort für Polizei ist.

Am Ende ist Kommissar Andri selbst in einer (Entscheidungs-) Falle gefangen, die sein Leben nachhaltig verändern wird...

Buch: Sigurjón Kjartansson
Buch: Clive Bradley
Kamera:  Bergsteinn Björgúlfsson
Musik: Jóhann Jóhannsson
Regie: Baltasar Kormákur
Szenenbild: Atli Geir Grétarsson

Andri - Ólafur Darri Ólafsson

Agnes - Nína Dögg Filippusdóttir
Hinrika - Ilmur Kristjánsdóttir
Ásgeir - Ingvar E. Sigurðsson
Hjörtur - Baltasar Breki Samper
Hrafn - Pálmi Gestsson
Eiríkur - Þorsteinn Gunnarsson
Sigurður - Þorsteinn Bachmann
Captain Carlsen - Bjarne Henriksen
Trausti - Björn Hlynur Haraldsson

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