Sonntag, 13. November 2016

MSYTERIUM - Grafisch gut aufgemachtes Krimi-Spiel von Libellud

MYSTERIUM © Libellud

MYSTERIUM
getestet von Nicole Glücklich 
(Vorstandsmitglied Deutsche Sherlock Holmes Gesellschaft)

Eine wirklich mysteriöse Spielidee steckt hinter dem Brettspiel „Mysterium“: 

Tiefschwarze Nacht umhüllt das Warwick-Herrenhaus. Nebel kriecht schwer über den Boden und ein Spiel aus Licht und Schatten verzaubert das alte Gemäuer. In dieser Nacht tritt der Geist eines ermordeten Dieners in Erscheinung. 

Er bittet euch bei der Suche nach seinem Mörder um Hilfe und schickt euch Traumbotschaft, die ihr in diesem kooperativen Spiel gemeinsam deuten müsst. Begebt euch als Spiritisten auf die Suche nach einer längst vergessenen Wahrheit und löst das Mysterium mithilfe des Geistes. 

Aber ihr habt nicht viel Zeit, um ihm seinen gewünschten Frieden zu verschaffen, denn euch bleibt nur diese eine Nacht! Soweit die Beschreibung auf der Schachtel.

Die Aufmachung ist von hervorragender Grafik und äußerst umfangreich und aufwendig, was den Preis von 33,00 Euro rechtfertigt – der Spielablauf an sich ist aber eher einfach gestrickt. 

Das Spiel ist für zwei bis sieben Personen konzipiert, von denen einer die Rolle des Geistes übernimmt, die anderen sind die Hellseher, die den Tathergang rekonstruieren müssen. Dies geschieht in drei Stufen: die Ermittlung des Mordwerkzeugs, des Tatorts und des Täters. 

Was ein wenig nach Cluedo klingt, ist es auch – nur, dass man hier nicht auf einem Brett zieht. 

Eigentlich ist es eine Mischung aus Mastermind und Cluedo. Da es nur jeweils sechs Verdächtige, Mordwerkzeuge und Tatorte gibt, gilt es bei voller Spielerzahl einfach, seine persönliche Kombination herauszufinden. Dafür hat man 7 Stunden (= 7 Züge) Zeit. 

Nun das wirklich Mysteriöse: Der Geist darf nicht sprechen, sondern nur Hinweise in Form von Bildkarten geben. Der Geistspieler darf jeweils sieben Karten pro Runde zielen und muss versuchen, den Spielern damit zu helfen, den Tathergang aufzuklären. Das klingt bedeutend leichter, als es ist, denn die Bilder auf den Karten sind ziemlich nebulös. 

Nach dem Verteilen der Karten an die Spieler haben diese eine Minute Zeit, sich untereinander zu beraten, was die Karten bedeuten könnten. Hat jeder auf eine Waffe/einen Täter/Tatort gesetzt, haben die anderen Spieler die Möglichkeit zu sagen, ob sie den Tipp für richtig oder falsch halten. 

Dies kann zusätzliche Punkte bringen und über den Sieg entscheiden, wenn mehrere Spieler gleichzeitig die oberste Stufe erreichen.

Das Spiel ist mit 42 Minuten Spieldauer angegeben – das kommt hin. 

Der Aufbau benötigt ein paar Minuten, das Einlesen in die Spielregeln ebenfalls. Aber dann kann es auch schon gleich losgehen und in der Runde lustig drauflos geraten und kombiniert werden. 

Insgesamt ein optisch wirklich tolles Spiel, auch wenn der Spielablauf für meinen Geschmack etwas zu mager ist.

Verlag: Libellud
Preis: 33,00 Euro

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