Mittwoch, 7. September 2016

LOTTE JÄGER UND DAS TOTE MÄDCHEN - Ein DDR-Mord wird neu aufgerollt (ZDF)

© ZDF und Hans-Joachim Pfeiffer
TV-Tipp / TV-Kritik von Hannah Weidthaus

Das ZDF zeigt den Krimi LOTTE JÄGER UND DAS TOTE MÄDCHEN am Montag, 12.09.16, um 20.15 Uhr als Fernsehfilm der Woche.

Der Sturz an einer Berliner Rolltreppe führt hin zu dem alten Mordfall Birgit Wachowiak und damit ins Jahr 1988 auf Schloss Hubertusstock zu einem Abend mit einer einer "Diplomaten-Jagd". 

Für den Tod der 20-Jährigen saß ein junger Mann im Gefängnis der immer beteuerte, unschuldig zu sein.

Lotte Jäger (der Name dürfte im Geamtzusammenhang kein Zufall sein), Oberkommissarin in einer auf ungelöste Altfälle spezialisierten Mordkommission in Potsdam, recherchiert, befragt hartnäckig und stößt auf internationale Jagdgesellschaften mit dubiosen Ritualen. 

In der Gemengelage von echter und wahrer Liebe, von Freundschaft und Diplomatie versucht sie zusammen mit ihrem "Ossi-Kollegen" Schaake (Sebastian Hülk), Computer-Freak, die wahren Täter noch ausfindig zu machen.

Rückblenden führen wie eine Zeitreise zurück in die DDR und auf ein Netzwerk aus Vertuschung, Politik, Macht und Ohnmacht, das bis in die Gegenwart funktioniert.

Weil sie das Blut und die Leichen nicht mehr ertragen kann, recherchiert Lotte Jäger (Silke Bodenbender) in sog. "Cold Cases", alten ungelösten Fällen. Der TV-Krimi zeigt sehr glaubhaft, wie das Schicksal aller Betroffenen in einem unnatürlichen Todesfall immer zu mehr als nur einem Opfer führt.

In LOTTE JÄGER UND DAS TOTE MÄDCHEN geht es nicht um große weltpolitische Zusammenhänge, es geht um ein Stück DDR-Alltag, um Liebe und Freundschaft und wie alles in einem tragischen Augenblick enden kann.

Die Auflösung kommt erfreulicherweise anders, als man beim Start des Films vermutet.

Lotte Jäger gäbe als Person (mit leicht problematischem Privatleben) den typischen Stoff für eine neue Krimi-Serien-Protagonistin her. Der interessantere Ermittler-Protagonist des Films ist allerdings Kurt Schaake, der vom Ermittler-Einheitsbrei angenehm abweicht.

Darsteller
Lotte Jäger  - Silke Bodenbender
Kurt Schaake - Sebastian Hülk
Weigel - Andreas Schmidt-Schaller
Ewald Hassel - Robert Hunger-Bühler
Frau Burundula - Marie Gruber
Sergej Grinov - Maxim Kovalevski
Sonja Platschek - Anna Maria Mühe
Birgit Wachowiak - Isolda Dychauk

Buch - Rolf Basedow, Ralf Zöller
Kamera - Hanno Lentz
Musik - Fabian Römer
Produzent - UFA Fiction
Regie - Sherry Hormann

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