Sonntag, 21. August 2016

DEATH IN PARADISE - Staffel 4 & 5 haben nur noch wenig vom alten Charme der Krimi-Serie (ZDFneo)

© ZDF und Denis Guyenon
TV-Tipp/ TV-Kritik von Hannah Weidthaus

ZDFneo zeigt seit letztem Freitag (19.08.16) acht Folgen der 4. Staffel DEATH IN PARADISE immer freitags ab 21.45 Uhr in Doppelfolgen und als Free-TV-Premiere. Acht weitere Folgen der 5. Staffel folgen dann, ebenfalls in Doppelfolgen und als Free-TV-Premiere, ab Freitag, 16. September 2016, 21.45 Uhr.

Man könnte alle Folgen hier einzeln aufführen, doch das wäre Zeitverschwendung, denn im Prinzip passiert immer dasselbe:

1) Gewaltsamer Tod von Briten oder Amerikanern auf Karibik-Insel unter merkwürdigen Umständen

2) Versammeln aller Verdächtigen zur Ermittlung der Alibis und möglicher Motive

3) Feststellung, dass alle Verdächtigen ein Alibi & Motiv haben

4) Feststellung, dass die Tatortumstände die Tat eigentlich unmöglich machen

5) Plötzliche Eingebung mit des Rätsels Lösung durch Zeit-, Motiv-, Tatort-Verschiebung

6) Zusammenbringen aller Verdächtigen möglichst vor malerischer Kulisse zweck Konfrontation des Mörders

Das war's. Dazwischen bekleckert sich DI Humphrey Goodman Hemd, Hose oder Schuhe oder fällt wahlweise irgendwo herunter respektive reißt etwas um. Dieses Konzept wird gnadenlos in allen Folgen durchgezogen.

Schon zu Beginn der 4. Staffel fehlt einer (und das im doppelten Wortsinn): Fidel Best dargestellt von Gary Carr. Ihm folgt nach der ersten Hälfte der 4. Staffel Camille Bordey (Sara Martins), die als Undercover-Polizistin nach Paris verschwindet.

"Ersetzt" wird sie durch DS Florence Cassell (Joséphine Jobert), die fortan nur noch als schlechte Camille-Kopie wie eine aussichtslose Kandidatin aus Germanys next Top-Model dekorativ im Bild herumsteht und vornehmlich ihre Aufgabe im Anglitzern ihres Chefs sieht.

Spätestens da wird einem klar, dass man lieber Camille nach Paris gefolgt wäre (Wunsch-Spin Off CAMILLE IN PARIS) und sei es nur um zu sehen, wie sich ihre karibische Garderobe im französischen Winter macht. Was allemal spannender wäre als die Geschichten der Episoden in der 4. und 5. Staffel DEATH IN PARADISE, in denen nur eine Folge mit einer Auflösung durch einen interessanten Doppeltwist etwas überrascht. 

Während Florence auf Camilles Platz hochrückt, rückt der junge Polizist J.P. Hooper (Tobi Bakare) nach und beginnt mit seinem Chef einen Wettstreit in vermeintlicher Unbedarftheit.

Commissioner Selwyn Patterson taucht wie immer aus dem Nichts auf, gerne während einer aus der Truppe ihm den Rücken zugewandt weiterredet.

Der ursprüngliche Charme der Serie, der vor allem Ben Miller als Detective Inspector Richard Poole zu verdanken war, ist komplett verflogen. Seine authentisch gespielte, britisch unterkühlte Ungelenkheit war wirklich sehenswert. 

Hatte man in Stafel 3 von DEATH IN PARADISE noch gehofft, die Rolle des Humphrey Goodman werde sich entwickeln, so bleibt nach Staffel 4 festzuhalten, dass den Produzenten außer einer Schwärmerei für Camille, einer problematischen Sohn- Vater-Beziehung und jeder Menge kindischer Patzer nicht viel zur Charakterentwicklung eingefallen ist, was besonders tragisch ist, da sie mit Kris Marshall einen ausgezeichneten Darsteller verpflichtet haben, dessen Talent mehr Herausforderung verdient gehabt hätte.

Selbst Harrys Auftritte werden immer seltener, dabei ist der knallgrüne Gecko der letzte Lichtblick in diesem Serien-Einheitsbrei und sein Zusammentreffen mit Humphreys Vater das einzige echte Highlight.

Die 4. Staffel DEATH IN PARADISE auf DVD wird ab 09.09.16 für 33,95 € zu haben sein.

Darsteller
DI Humphrey Goodman - Kris Marshall
Officer Dwayne Myers - Danny John-Jules
Officer Florence Cassell - Joséphine Jobert
Commissioner Selwyn Patterson  - Don Warrington
Catherine Bordey - Élizabeth Bourgine
DS Camille Bordey - Sara Martins

Anzahl Disks: 4
FSK: Freigegeben ab 12 Jahren
Studio: Edel Germany GmbH
Produktionsjahr: 2015
Spieldauer: 417 Minuten

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Hinweis: Nur ein Mitglied dieses Blogs kann Kommentare posten.