Montag, 25. April 2016

ZÜRICH-KRIMIS - Neue Krimi-Serie in der ARD mit Christian Kohlund als Rechtsanwalt

Christian Kohlund und Ina Paule Klink
© ARD Degeto/Nicolay Gutscher
TV-Tipp/ TV-Kritik von Hannah Weidthaus

Die neue Reihe "Zürich-Krimi" startet mit zwei Episoden: "Borcherts Fall" und "Borcherts Abrechnung", die am 28. April und 5. Mai 2016 jeweils um 20:15 Uhr im Ersten gezeigt werden.

Thomas Borchert (Christian Kohlund), Anwalt und Unternehmensjurist, ist seit kurzem wieder in Zürich. In seiner Wahlheimat Frankfurt,  ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen ihn. Er ist unbestritten in einem Bestechungsskandals eines internationalen Technologiekonzerns schuldig geworden. Außerdem macht ihm der tragische Tod eines jungen Kollegen zu schaffen.. Auf dem Grundstück seines Elternhauses in Zürich wird ihm ein silberner Caravan zum Zufluchtsort. Von dort aus versucht er nun seine Unschuld zu beweisen. 

Christian Kohlund & Katrin Bauerfeind
© ARD Degeto/Graf Film/Jan Rovinský
Borcherts Fall (28.04.16)
Zufällig wird Borchert Zeuge eines kleinen Lebensmittel-Diebstahls: Eine junge Asiatin wird festgenommen und rüde behandelt, Borcherts Hilfeversuche bringen ihn selbst auf die Polizeiwache ins Kommissariat von Hauptmann Furrer (Felix Kramer). Die junge couragierte Anwältin Dominique Kuster (in dieser Episode noch dargestellt von Katrin Bauerfeind), übernimmt den Fall der inhaftierten Asiatin und muss dabei auf Borcherts Hilfe zurückgreifen, weil ihre Mandantin nur mit ihm reden möchte. 

Zeitgleich wird bekannt, dass der sechsjährige Adoptiv-Daniel, Sohn eines ehemaligen Radprofis, entführt wurde.

Borcherts Abrechnung (05.05.16)
Nach seiner Verhaftung glaubt Thomas Borchert, dass seine Anwältin Dominique Kuster (ab jetzt von Ina Paule Klink gespielt) ihn vor Gericht vertritt. Doch der sind seine Geschäfte zu heikel. Jetzt ohne anwaltlichen Beistand, versuchen seine Arbeitgeber ihn zu erpressen um ihn über deren Mitschuld zum Schweigen zu bringen.

Dazu nutzen sie jede Menge konstruierte Beweise, wie z.B. ein illegales Konto mit abgezweigten Korruptionsgeldern, das auf Borcherts Namen läuft. Dominique hilft ihm, der Spur des Geldes zu folgen, was Überraschendes zutage fördert.

Die ersten beiden Folgen dieser "Zürich-Krimis" mögen nicht so recht zueinanderpassen und das liegt nicht nur am Austausch der Schauspielerinnen für die Rolle der Dominique Kuster von Katrin Bauerfeind zu Ina Paule Klink

Gibt es in "Borcherts Fall" steckenweise noch trotz aller Vorhersehbarkeit und überstrapazierter Klischees wenigstens einen Hauch von Spannung, beschränkt sich diese in "Borcherts Abrechnung" nach einem gemächlichen Kammerspiel, das sich als Wirtschaftskrimi verstanden wissen möchte, auf die letzten 15 Minuten. Und dies auch nur für Krimi-Unerfahrene, die den "überraschenden" Dreh bis dahin nicht schon längst vermuten.

Ina Paule Klink greift nur ins bekannte "wir sind die Guten" - "Alex-Repertoire" aus den Wilsberg-Krimis und Christian Kohlund (Traumhotel) legt den Unternehmensanwalt so undynamisch wie naiv an, dass man manchmal laut auflachen möchte, z.B. als er unbedarft in eine Schweizer Bank marschiert und sich ernsthaft wundert, dass er die Konten seines Ex-Arbeitgebers, der ihn gefeuert hat, nicht mehr einsehen darf. Sein behäbiges Taumeln zwischen brasilianischen Prostituierten auf einer Sexparty wirkt nicht minder unglaubwürdig für diesen angebl. in der Vergangenheit so erfolgreichen, korrumpierenden Firmenanwalt, der natürlich wieder eine besonders tragische Familiengeschichte mit sich herumschleppt und inzwischen vom Bösewicht zum Retter bekehrt wurde.

Da treten die  schwachen Dialoge, die zahlreichen Logikmängel und Erklärungslücken fast schon in den Hintergrund. 

Die letzten Szenen bestätigen dann: Ab sofort ermitteln sie also gemeinsam, die Alex aus den Wilsberg-Krimis und der Markus Winter aus dem Traumhotel...

Einziger Lichtblick sind die Nebenrollen: angefangen bei Hauptmann Furrer, Sekretärin Regula und Barmann Pablo. Hier blitzt etwas Originalität auf, die man sich für Folgekrimis verstärkt wünschen möchte.

Viel von Zürich zu sehen gibt's nicht, zumal ein großer Teil in Prag gedreht wurde. Man fragt sich erneut, warum die Sender so viele neue Krimi-Serien anfangen, deren Folge-Episoden meist ein Jahr auf sich warten lassen, statt weniger, aber dafür bessere Krimi-Serien wie z.B. die Usedom-Krimis zügiger voranzubringen.

Durchgängige Rollen und ihre Darsteller
Thomas Borchert - Christian Kohlund
Dominique Kuster - Katrin Bauerfeind (in Folge 1)
Dominique Kuster -Ina Paule Klink (ab Folge 2)
Dr. Reto Zanger - Robert Hunger-Bühler
Matthias Duplessis - Richard van Weyden
Hauptmann Furrer - Felix Kramer
Regula Gabrielli Anita Vulesica
Juan Pablo - Iván Gallardo

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