Freitag, 25. März 2016

SHERLOCK Die Braut des Grauens - Das BBC-Special ist am Ostermontag in der ARD zu sehen

© ARD Degeto/BBC/Hartswood Films 2015
TV-Tipp / TV-Kritik von Hannah Weidthaus
Das Erste zeigt „Sherlock - Die Braut des Grauens" (sherlock - the abominable bride) am Ostermontag 28. März 2016 um 21:45 Uhr im Ersten.

Diesmal entführen die Produzenten der erfolgreichen BBC-Serie die Zuschauer zurück ins London des 19. Jahrhunderts, Zeit und Ort der literarischen Vorlage von Arthur Conan Doyle, dem Lebensraum des historischen Sherlock Holmes.

London, 1895.
Sherlock (Benedict Cumberbatch) findet keine Erklärung für den mysteriösen Fall der Emelia Ricoletti (Natasha O'Keeffe): Sie soll sich das Leben genommen und am Abend desselben Tages ihren Mann erschossen haben. 

Natürlich glaubt Sherlock nicht an die haarsträubende Geschichte von Inspector Lestrade (Rupert Graves), dennoch findet er keine Erklärung für den mysteriösen Fall der Emelia Ricoletti und die rätselhaften Vorfälle, die seither für Schlagzeilen sorgen: Immer wieder werden Männer von einem Geist ermordet, der der toten Emelia gleicht. 

Da erscheint Lady Carmichael bei Sherlock, sie fürchtet wegen eines anonymen Drohbriefes und eines weiblichen "Geistes" um ihren Mann, den unbescholtenen Sir Eustace.

Sherlocks Interesse ist geweckt. Er begibt sich mit Dr. Watson zu den Charmichaels, doch er kann das Unabwendbare nicht verhindern.

Die Sonderfolge "sherlock - the abominable bride" aus der BBC-Serie SHERLOCK, die im Original ein Neujahrs-Special für Großbritannien war und nun bei uns an Ostermontag zu sehen sein wird, dürfte die Zuschauer spalten.

Sherlock-Fans, Sherlockianer und Liebhaber von Literatur-Gedankenspielen werden ihre Freude an der Film-Collage aus Pulp, Mystery, Horror und kleinsten Puzzlestücken sherlockianischer Geschichten haben.

So ist Emelia Ricoletti, "the abominable bride", tatsächlich eine im sherlockianischen Kanon vorkommende Figur (wenn auch keine eigene Geschichte) und auch die Geschichte der fünf Orangen-Kerne, der fette Mycroft, die Reichenbach-Fälle, Redbeard (Sherlocks Hund aus Kindertagen) und viele andere sherlockianische Anspielungen verstecken sich innerhalb des Geschehens. Die Anspielung sind so zahlreich, wie speziell. Wer sich im Detail dafür interessiert findet in der nächsten Ausgabe des Bakerstreet Chronicle der Deutschen Sherlock Holmes Gesellschaft einen besonderen Artikel dazu.

Die interessante Auseinandersetzung der Protagonisten (besonders witzig Mrs. Hudson) mit ihrem literarischen Alter Ego der jeweiligen Zeit, die Frage, welcher Sherlock, welchen Sherlock in seinem Gedankenplalast heimsucht und eine nonverbale Situation im Diogenes Club sind amüsant.

Doch der "normale" Zuschauer wird sich erst einmal 60 Minuten lang fragen, wieso er sich plötzlich beim historischen Holmes wiederfindet, statt beim modernen Sherlock, was ihm die billigen Horroreffekte sagen sollen, wo sich der Sinn albtraumähnlicher Sequenzen verbirgt und warum all das so furchtbar langweilig ist.

Und nach weiteren 30 Minuten wird sich ihm die Frage aufdrängen, wieso ein Genie wie Sherlock sich total zukoksen muss, exzessive Gedankenpalast-Besuche braucht, um zu der sensationellen Erkenntnis zu kommen, dass ein Toter wirklich nicht mehr lebt...

Ausstattung und Kostüme sind sehr schön gemacht, ein paar Gedankenspiele machen auch richtig Spaß und wer sich mit den Conan Doyle-Geschichten auskennt, darf sich auf eine literarische Spurensuche freuen, doch ohne gescheite Handlung und einen echten Spannungsbogen macht DIE BRAUT DES GRAUENS für nicht sherlockianisch geprägte Zuschauer nur wenig Spaß.

Leider reicht dieses "Special" einfach nicht an die ersten Folgen der Serie SHERLOCK heran.

Sherlock Holmes - Benedict Cumberbatch
Dr. John Watson - Martin Freeman
Mrs. Hudson - Una Stubbs
Detective Inspector Lestrade - Rupert Graves
Mycroft Holmes - Mark Gatiss
Jim Moriarty - Andrew Scott
Molly Hooper - Louise Brealey
Mary Watson - Amanda Abbington
Anderson - Jonathan Aris
Janine Donlevy - Yasmine Akram
Mike Stamford - David Nellist
Lady Carmichael - Catherine McCormack
Sir Eustace Carmichael - Tim McInnerny
Emelia Ricoletti - Natasha O'Keeffe
Wilder - Tim Barlow
Thomas Ricoletti -Gerald Kyd
und andere

Musik: David Arnold und Michael Price
Kamera: Suzie Lavelle
Buch: Steven Moffat und Mark Gatiss
Regie: Douglas Mackinnon

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