Freitag, 11. März 2016

KNASTELSE & TÖDLICHE BOTSCHAFT - Schwerer Einstand für "die Neue" bei EIN STARKES TEAM

© ZDF und Katrin Knoke
TV-Tipp/TV-Kritik von Hannah Weidthaus

Am Samstag, 12. März und Samstag 9. April 2016, jew. um 20.15 Uhr beginnt Stefanie Stappenbeck ihren Dienst als Kriminalkommissarin Linett Wachow mit zwei neuen Folgen der ZDF-Samstagskrimireihe "Ein starkes Team" und löst damit die verstorbene Maja Maranow ab:

In KNASTELSE (12. März 2016, 20.15 Uhr) erfahren sie, Otto (Florian Martens), Ben (Kai Lentrodt) und Teamchef Reddemann (Arnfried Lerche) wohin die "Liebe" von Frauen, die sich zu inhaftierten Verbrechern hingezogen fühlen, führt. 

Gleich um mehrere Fälle von Hybristophilie, jener seltsamen Anziehung, die gewalttätige Männer auf manche Frauen haben, geht es im ersten Fall für "die Neue" Linett Wachow.

Dass sie sich dabei in einem Männer-Gefängnis unvernünftig verhält und Teamleiter Reddemann ihr etwas zu viel Aufmerksamkeit schenkt, erschwert die Lösung.

In der Folge TÖDLICHE BOTSCHAFT (9. April 2016, 20.15 Uhr) geht es um Intrigen, Eitelkeiten im Diplomatenmilieu. 

Im Kofferraum eines terkistanischen (fiktiver Staat) Botschaftsmitarbeiters wurde die Leiche des Caterers Markus Gebhard gefunden. Diplomatische Immunität und verwickelte Beziehungsgeflechte machen das Ermitteln noch schwieriger als gewohnt.

Stefanie Stappenbeck tritt als Linett Wachow das schwere Erbe von Maja Maranow alias "Verena" an, und schlägt sich tapfer, obwohl das Drehbuch ihr ein paar dümmliche Verhaltensweisen aufzwingt. Wie dumm/naiv muss man als Kommissarin sein, um zu glauben, dass man in einem Männerknast bei einem brutalen Gewalttäter problemlos als Frau die Vollzugsbeamten wegschicken kann, um sich mal alleine "zu unterhalten"??? 

Dass der Film (ohne saubere Recherche) Frauen durch alle Schichten mal eben zu Hypersexuellen mit Affinität zu Gewaltverbrechern macht, ohne auch nur im Geringsten auf die wirklich überaus spannenden Aspekte echter Hybristophilie (psychische Störung) einzugehen, verzeiht man eigentlich nur wegen des amüsanten Einsatzes von Sputnik, der undercover im Knast agiert und dabei (surreal, doch witzig) das Knastleben schätzen lernt.

Ansonsten ist die Geschichte fast so an den Haaren herbeigezogen wie die von TÖDLICHE BOTSCHAFT, die dann jedoch völlig an der Realität vorbeiläuft, ausschließlich Klischees bedient und bei der auch Sputnik nichts mehr retten kann.

Der Weggang Verena Bertholds wird übrigens nur mit einem Nebensatz erwähnt, der erklärt, "sie sei nach Australien ausgewandert" (ungeschickt und der Rolle nicht würdig, weil das aufgrund ihres Alters schon nahezu unmöglich wäre).

Fazit: Der Einstand von Linett Wachow verläuft reibungslos und vielleicht ist gerade das das Problem dieser Serie. Statt den Weggang Verena Bertholds zu nutzen, um endlich mit "der Neuen" reichlich Sand ins Getriebe bzw. frischen Wind in die Serie zu geben, bleibt irgendwie alles beim Alten und wird damit zunehmend langweiliger. Linett versteht sich prächtig mit Otto, Gerichtsmediziner Kneissler ist jetzt ohne Belang, Reddemann trottelt weiter vor sich hin, Ben pflegt sein Playboy-Image bis ins Lächerliche (sorry, aber "Sexnummer auf dem Klo" wirkt bei ihm albern), kaum noch Spannung oder Realitätsnähe und Sputnik bleibt das einzige Highlight der Serie. 

Buch KNASTELSE: Axel Hildebrand
Buch TÖDLICHE BOTSCHAFT: Leo P. Ard

Linett Wachow - Stefanie Stappenbeck
Otto Garber - Florian Martens
Reddemann Arnfried Lerche
Sputnik Jaecki Schwarz
Ben Kolberg Kai Lentrodt
Dr. Kneissler Robert Seethaler

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