Donnerstag, 10. März 2016

DENGLER - AM ZWÖFTEN TAG / Zweiter sehenswerter Dengler-Thriller von Wolfgang Schorlau im ZDF

© ZDF und Boris Laewen
TV-Tipp / TV-Kritik von Hannah Weidthaus

Nach DIE LETZTE FLUCHT zeigt das ZDF am Montag (14. März 2016) um 20.15 Uhr einen weiteren Dengler -Beststeller von Wolfgang Schorlau: AM ZWÖLFTEN TAG

Georg Denglers Sohn Jakob ist verschwunden. Da er seinen Sohn nur wenig kennt, hatte er auch keine Ahnung, dass dieser Aktivist bei einer Tierschutzorganisation ist und für diese spektakuläre Videos über katastrophale Tierhaltung dreht.

Da kommt der Hilferuf der Hackerin Olga zwar ungelegen, doch mit  einer waghalsigen Aktion befreit er sie von ihren BKA-Verfolgern . Im Gegenzug erweist sie sich als überaus nützlich bei der Suche nach Jakob, die zu einem Hof für Massentierhaltung führt.

Offenbar sind Jakob und zwei Freunde den blutigen Geschäften einer Massentierhaltungsindustrie auf die Spur gekommen, für die nicht nur Tierleben keinen Wert haben.

Dengler gerät wegen Olga mehr und mehr in Schwierigkeiten, trotzdem fährt er nach Brandenburg, in die Nähe des Hofes vom Bauer Zemke, wo Jakobs Handy zuletzt eingeloggt war...

Erstaunlicherweise ertragen viele Fernsehzuschauer Taten von Serien-Killer im Film besser als Tierquälereien, deshalb hier der Hinweis, dass jene sich mit einigen Szenen im Film schwer tun werden.

Dennoch oder gerade deshalb ist AM ZWÖLFTEN TAG ein sehenswerter Thriller, der in seiner Machart stark an skandinavische Thriller-Produktionen erinnert. Manches ist überzeichnet, aber immer noch so realitätsnah, dass man keinen Zweifel daran hegt, dass es so oder zumindest so ähnlich in der Fleisch-Industrie zugehen könnte. Weshalb man an diesem Fernsehabend besser vegetarische Mahlzeiten zu sich nehmen sollte.

In einer Welt, in der Lebensmittel keinen Preis mehr haben dürfen, verfällt auch der Wert von Menschenleben. Um im harten Preiskampf zu bestehen und dabei noch Gewinne zu erwirtschaften, müssen billigste Arbeitskräfte her, die mit illegalen Mitteln gefügig gemacht werden.

Anrührend, wie Denglers Sohn Jakob in bester Absicht die Saat des Aufstands und Ideen von Freiheit und Revolution im Gedankengut der illegalen Arbeitern sät und damit das Gleichgewicht des Grauens gefährlich durcheinander bringt, was eine Kettenreaktion an schrecklichen Grausamkeiten zur Folge hat.

Rasante Schnitte, gute Dialoge, erstklassige Darsteller (Birgit Minnichmayr in einer Paraderolle als Olga) und purer Thrill machen diesen Polit-Thriller, der bis zur letzten Minute an die Nieren geht, sehr sehenswert, auch wenn einige Szene schon sehr heftig sind.

Während die Buch-Krimis von Wolfgang Schorlau vielen zu politisch und zu wenig spannend sind, kann man das von den TV-Adaptionen absolut nicht behaupten. Sie bringen (in Abweichung vom Original) die gesellschaftspolitisch relevanten Themen hochspannend herüber und sind damit ein guter, wenn auch seltener Beweis, dass eine deutsche Buch-Verfilmung mindestens so gut sein kann wie das gedruckte Original. Wenn nicht sogar besser...

Georg Dengler - Ronald Zehrfeld
Olga - Birgit Minichmayr
Jakob Dengler - Jannis Niewöhner
Dr. Müller - Rainer Bock
Carsten Osterhannes - Jörg Schüttauf
Cem - Altamasch Noor
Laura - Roxane Duran
Schneiderhahn - Götz Schubert
Hilde - Marie-Lou Sellem
Klaus Steiner - André M. Hennicke
Kevin - Pascal Ulli
Bauer Zemke - Rüdiger Klink
Bäuerin Zemke - Anna Böttcher
Kessler - Tilo Werner
und andere

Schnitt: Barbara Gies
Drehbuch: Lars Kraume
Kamera: Jens Harant
Musikalische Leitung: Kai Schoormann
Musik: Christoph Kaiser
Musik: Julian Maas
Regie: Lars Kraume
Szenenbild: Olaf Schiefner


Redaktion: Elke Müller

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Hinweis: Nur ein Mitglied dieses Blogs kann Kommentare posten.