Dienstag, 5. Januar 2016

DER HYPNOTISEUR - Thriller nach einer Vorlage von Lars Kepler im ZDF


TV-Tipp / TV-Kritik von Hannah Weidthaus

DER HYPNOTISEUR ist der erste Thriller, mit dem das ZDF am Montag (11.01.16) um 22:15 seine kleine Reihe "Skandinavische Kriminalfälle" im ZDF-Montagskino startet (Free-TV-Premiere).

Der Film, der im Februar 2013 in deutschen Kinos lief, basiert auf dem gleichnamigen Bestseller von Lars Kepler, dem Pseudonym des schwedischen Autorenpaars Alexandra Coelho Ahndoril und Alexander Ahndoril. Demnächst erscheint als Buch der sechste Teil der Krimireihe um Kommissar Joona Linna.

Am 18.01.16 folgtin der Reihe "Skandinavische Kriminalfälle" der spannende aber auch sehr brutale Schweden-Thriller-Klassiker "Die Nacht der Jäger" mit Rolf Lassgard. Den Abschluss der Reihe bildet am 01.02.16 die Bestsellerverfilmung "Jussi Adler-Olsen: Schändung".

Kommissar Joona Linna (Tobias Zilliacus) ermittelt in einem Familienmord. Vater, Mutter und Tochter wurden niedergestochen.

Da der einzige Zeuge ist der schwer verletzt überlebende Sohn der Familie, der aber  im Koma liegt.

Linna überzeugt den umstrittenen Psychiater Erik Maria Bark (Mikael Persbrandt) den im Koma liegenden Jungen unter Hypnose zum Tathergang zu befragen. Schließlich ist er der einzige Zeuge.

Doch was er dabei erfährt, bringt den Hypnotiseur und Arzt selbst ins Visier des Täters - und seine Frau Simone (Lena Olin) und sein Kind in Gefahr.

Auch wenn man sich auf die Idee einlassen mag, im Koma liegende Patienten könnten oder dürften unter Hypnose gesetzt werden, bleibt DER HYPNOTISEUR unter der Regie von Lasse Hallström mittelmässige Skandinavien-Thriller-Kost, die sich durch nichts von 08/15-Schwedenkrimis abhebt und keine Lust auf weitere Lars-Kepler Thriller-Verfilmungen mit dem von Lasse Hallsröm konturlos inszenierten  finischen Kommissar Joona Linna macht.

Düstere Kameraeinstellungen dunkler Bilder, die mit Vorliebe (auch unverdächtige) Personen im Gegenlicht zeigen, sind für die Augen unnötig anstrengend, wenn sie nicht dem Fortgang der Geschichte dienen.

Die Handlungslogik bleibt auf der Strecke, die ausgedehnten Privatprobleme des Hypnotiseurs, kosten die nur schwach aufkommende Spannung und außer ihm (dargestellt von Mikael Persbrandt) gibt es keinen interessanten Protagonisten, der den Zuschauer in seinen Bann ziehen könnte.

Täter/in und Motivation bleiben genauso blaß und uninteressant wie das kleine Polizeiteam. Der Workaholic Linna, der das Privatleben/Mutterdasein seiner Mitarbeiterin so überflüssig wie störend findet, dass er es dauernd unterbricht, ist nicht gerade ein Sympathieträger, aber auch nicht provokant oder interessant genug, um als Figur zu polarisieren.

Dass Lena Olin (Ehefrau des Regisseurs Lasse Hallström) mit ihren sechzig Jahren von der Besetzung her eher als Oma, denn als Mutter des Sohnes von Erik Maria Bark in Frage kommt, sei nur am Rande bemerkt.

Alles in allem ist DER HYPNOTISEUR als Film ein düsterer Schweden-Thriller, der dem Mittelmaß leider nicht entkommt. 

Buch Paolo Vacirca
Kamera Mattias Montero
Literarische Vorlage Lars Kepler
Musik Oscar Fogelström
Regie Lasse Hallström
Redakteur Christian Krusche

Joona Linna - Tobias Zilliacus
Erik Maria Bark - Mikael Persbrandt
Simone Bark - Lena Olin
Benjamin Bark - Oscar Pettersson
Josef Ek - Jonatan Bökman
Evelyn Ek - Emma Mehonic
Lydia - Anna Azcarate
Magdalena - Eva Melander

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