Sonntag, 3. Januar 2016

DAS MÄDCHEN AUS DEM TOTENMOOR - Als Krimi nicht auf der Höhe der Zeit (ZDF)

© ZDF und Marion von der Mehden
Krimi-Tipp/ Krimi-Kritik von Liane Weidthaus

Der Krimi, DAS MÄDCHEN AUS DEM MOOR,  den das ZDF am Mittwoch 06.01.16 um  20.15 Uhr zeigt, basiert u.a. auf einer Idee von Irene Rodrian (erste deutsche Krimi-Autorin).

Leider ist DAS MÄDCHEN AUS DEM MOOR krimitechnischer Sicht ein handwerklich schlecht gemachter Film. Da tappst ein ausscheidender Polizist am Fundort der Leichenreste herum, bezeichnet sofort -ohne entsprechende Untersuchungen abzuwarten- den Auffindeort als Tatort, schnappt sich mal eben den Totenschädel, legt ihn geschmackloserweise dem Dorfarzt und Vater des vermissten Mädchens unvermittelt auf den Schreibtrisch (warum eigentlich, soll der selbst Rechtsmediziner spielen?) und verdächtigt umgehend ohne DNA-Analysen, ohne kriminaltechnische Ergebnisse abzuwarten jeden, der seinen Weg kreuzt. Da wird drauflosspekuliert was das Zeug hält, jede moderne Kriminaltechnik ignorierend. 

Keller nutzt als einzigen Ermittlungsansatz alte Fotos, Papier-Dokumente und dünne Aussagen von Zeugen, die eh alle nichts gesehen haben. Im 21. Jahrhundert äußerst unwahrscheinlich und nur mäßig spannend.

Dabei ist die Grundidee dieses Dorfdramas (mit Krimi-Elementen), das nach 15 Jahren dem Dorf eine neue kriminelle Dynamik beschert, nicht uninteressant. Im letzten Viertel nimmt der Film damit tatsächlich doch noch Tempo auf und bietet einen Restwert an Spannung mit einer überraschenden Schlusspointe. Leider zu spät, um noch als Ganzes zu überzeugen.

Länge 88'30 Minuten 
Darsteller 
Lorenz Keller - Robert Atzorn 
Jutta Keller - Alexandra Neldel 
Helen Dahms - Jytte-Merle Böhrnsen 
Hannes Gerhards - Max von Pufendorf 
Thorsten Krantz - Josef Heynert 
Dr. Günther Lohse - Gerhard Garbers 
Jonas Keller - Noah Kraus 
Paul Siebert - Matthias Buss 
Klara Keller - Hedi Kriegeskotte 
Dieter Vogt - Veit Stübner 
Britta - Sophia Schubert 
Ulf Baumann - Markus Knüfken 

Regie: Axel Barth 
Buch: Wolf Jakoby nach einer Idee von Irene Rodrian und Mira Thiel 
Kamera: Roman Nowocien, Richard Eckes 
Musik: Dirk Leupholz 
Produktion: ndF Berlin GmbH 
Produzent: Matthias Walther

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