Dienstag, 22. Dezember 2015

DAS FINSTERE TAL - Alpen-Western-Krimi im ZDF mit Tobias Moretti & Sam Riley

© ZDF und Ingo Pertramer
TV-Tipp / TV-Kritik von Hannah Weidthaus

Das ZDF zeigt als Free-TV-Premiere den Kinofilm DAS FINSTERE TAL nach einem (Kriminal-)Roman von Thomas Willmann am Sonntag (27.12.15) um 22.00 Uhr.

Ende des 19. Jahrhunderts:  Ein düsteres Geheimnis, ein entlegenes Hochtal und ein schweigsamer Fremder.

Über einen versteckten Pfad, irgendwo hoch oben in den Alpen, erreicht ein einsamer Reiter ein kleines Dorf. Niemand weiß, woher der Fremde kommt, oder wer er ist. Er nennt sich Greider.

Patriarch Brenner wacht mit seinen beiden Söhnen über Wohl und Wehe der Dorfbewohner. Er hätte ihn wohl weggejagt, wenn Greider den Dörflern nicht Goldmünzen gegeben hätte.

Greider, angebl. Fotograf, kommt bei der Witwe Gader und ihrer jungen Tochter Luzi den Winter über unter. Luzi, kurz vor ihrer Heirat mit  Lukas steht, ist voll Furcht, denn eine Hochzeit ist in diesem Dorf mit einer furchtbaren Tradition verknüpft.

Nachdem der Schnee das Dorf eingeschlossen hat, kommt es zu einem tragischen Unfall, bei dem einer der Brenner-Söhne stirbt. Als der nächste Sohn auf mysteriöse Weise umkommt, wird klar, dass es sich wohl nicht um einen Zufall handelt. Greider hat eine offene Rechnung aus längst vergessen geglaubten Zeiten.

Das Alpendrama (im Schnalstal), aufgemacht in stilisierter, überzeichneter Westernmanier, ist in kaltblauen Farben  umgesetzt und verlangt vom nicht des Dialekts mächtigen Zuschauer einige Konzentration beim Verfolgen der Texte. Die Härte und Kälte der ungastlichen Gegend wird spürbar und schon die Eingangssituation des Films lässt ahnen, auf was das Ganze am Ende nur noch wenig überraschend tatsächlich herausläuft.

Freunde von zügiger Handlungsentwicklung und Action dürften hier einige Längen verspüren

Ein paar Unterschiede gibt es zur ausführlicheren Romanvorlage von Thomas Willmann, so ist Greider im Film z.B. nicht Kunstmaler sondern Fotograf und als solcher nicht einen Winter lang durch Schnee festgehalten, sondern taucht sporadisch für Zeichnungen im Ort auf, bis man sich an ihn gewöhnt hat und einige Handlungsabläufe für die Ortsbewohner überraschend geschehen.

Der Film erhielt zweimal den Bayerischen Filmpreis, acht Lolas sowie acht Auszeichnungen beim Österreichischen Filmpreis, dürfte aber nicht jeden Fernsehzuschauer ansprechen. Was sicher auch für die Musik von Matthias Weber zutrifft.

Nach dem gleichnamigen Roman von Thomas Willmann

Drehbuch: Martin Ambrosch / Andreas Prochaska
Kamera: Thomas W. Kiennast
Musik: Matthias Weber
Regie: Andreas Prochaska

Greider: Sam Riley
Luzi: Paula Beer
Hans Brenner: Tobias Moretti
Luis Brenner: Clemens Schick
Hubert Brenner: Helmut A. Häusler
Otto Brenner: Martin Leutgeb
Rudolf Brenner: Johann Nikolussi
Edi Brenner: Florian Brückner
Brenner: Hans-Michael Rehberg
Breiser: Erwin Steinhauer
und andere

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