Montag, 30. November 2015

DIE SPUR DES BAROLO - Detailverliebter Wein-Krimi

Krimi-Tipp von Jörg Völker

Paul Grotes „Die Spur des Barolo“ ist ein wahres Schmankerl für Weinliebhaber und -kenner. Größtenteils spielt die verzwickte Geschichte im Herkunftsgebiet der berühmten Weinsorte.

Eine Runde Weinliebhaber aus Düsseldorf hatte sich dort eine gute Woche aufgehalten, diverse markante Weinproduzenten aufgesucht und deren Produkte vor Ort verkostet. Bei dem Rückflug ist einer Beteiligten, der Wirtschaftsanwalt Arnold Sturm, spurlos verschwunden. 

Da die Behörden tatenlos bleiben, reist die Ehefrau Sturms, die italienisch-stämmige Francesca Sturm, eine Wirtschaftsprüferin, ins Piemont, um anhand der Reiseroute ihres Mannes und seiner Begleiter die Spurensuche zu beginnen.

Die Spur des Barolo schildert detailreich und -verliebt die intensive und abenteuerliche Reise Francescas, die an Ort und Stelle unter ihrem Mädchennamen Feltrinelli auftritt, versehen mit der Legende, sie sei als Weinhändlerin auf der Suche nach neuen, exquisiten Lieferanten. 

Ihr versierter Vater hatte sie vor Antritt ihrer Reise entsprechend gebrieft, ihr Sohn ihr zur Tarnung einen provisorischen Webauftritt eingerichtet (Homepage ist noch im Aufbau!). 

Während der Familienclan in Deutschland ihr Rückendeckung gibt, muss Francesca feststellen, dass deutsche Konsularbeamte und örtliche italienische Polizeibehörden ihr nicht helfen wollen. Sie klappert alle möglichen Hotels, Bars, Kneipen und Weingüter ab, mit mehr oder weniger Geschick. Der örtliche Präfekt gewährt ihr endlich etwas Unterstützung, aber heimlich und inoffiziell. Ebenso taucht ein im Piemont lebender Cousin namens Ludovico Colonna auf, der mit ihr zusammenarbeiten will. 

Francesca ist sich nicht sicher, wer wirklich auf ihrer Seite steht. Sie will mehr als einmal aufgeben. Aber schließlich rafft sie sich immer wieder auf.

Paul Grote beschreibt die vielen Details der verwinkelten Geschichte eher protokollmäßig und unaufgeregt. Nur das italienische Temperament der Familie Feltrinelli und vor allem die vielen Stimmungsschwankungen Francescas lockern den ruhigen Erzählfluss auf. 

Paul Grotes Roman ist eine kenntnisreich erzählte Geschichte, gespickt mit viel Hintergrundwissen zum Thema Wein. Er langweilt damit den Leser zwar nicht, kritisch möchte ich aber anmerken, dass etwas mehr Krimi dem Sujet des Buches angemessen gewesen wäre!

Autor: Paul Grote
Format: Taschenbuch
Seitenzahl: 416
Verlag: dtv
Preis: 9,95 €
eBook-Version: 7,99 €

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