Dienstag, 13. Oktober 2015

UNTERM RADAR - Terror-Thriller mit Christiane Paul & Heino Ferch (ARD)

© Bild: WDR/Nik Konietzny
TV-Tipp / TV-Kritik von Liane Liebenrath

UNTERM RADAR heißt der Thriller den die ARD am Mittwoch (14.10.15) um 20:15 im Ersten zum Themenbereich HEIMAT  zeigt.

Was nützt uns die Freiheit, wenn wir nicht mehr sicher sind?

Was nützt uns allerdings ein Leben, bei dem die Falschen beschuldigt werden und wo Privatsphäre, wie wir sie gewohnt sind, keinen Cent mehr wert ist? Wenn alles bespitzelt werden darf, kein Raum in der eigenen Wohnung sicher ist, jedes Handy mit GPS verfolgt und abgehört werden kann, nicht zum Schutz vor Terrorismus sondern damit die Bevölkerung, die möglicherweise (!) verdächtig ist oder sich auch nur im Umfeld eines möglicherweise Verdächtigen befindet, überwacht werden kann. Und das Tag und Nacht, bei jedem Atemzug.

Richterin Seeberg erfährt das am eigenen Leib. Ihr, die Recht spricht, wird Unrecht getan. Ihre Tochter Marie, Studentin der Islamwissenschaften und befreundet mit einem Marokkaner, wird verdächtigt, an einem Bombenanschlag auf einen städtischen Bus beteiligt gewesen zu sein. 

Unter den Opfern wird Marie nicht gefunden, also wird sie gejagt und der erste Ansatz dazu ist ihre Mutter, die noch nicht klar denken kann, was das Verschwinden von Marie betrifft, aber bereits Bekanntschaft mit einem Einsatztrupp des BKA macht. 

So lernt sie auch Heinrich Buch, Einsatzleiter beim BKA kennen, der vorerst alle Entscheidungen des neuen Terrorabwehrleiters des BKA, Richard König, mitträgt.

König hat Buch in der Hand. König wiederum war zwei Jahre in den USA, schweigt sich über diese Zeit aus und niemand weiss genau, was er dort getan hat. 

Enge Arbeitsbeziehungen pflegt er zur Staatssekretärin des Innenministers, mit der er übereinkommt „unter dem Radar“ seine Arbeit am Bombenanschlag zu erledigen.

Elke Seeberg bemerkt die umfänglichen Bespitzelungen. Weitreichende Folgen für alle im Umfeld von Marie und Maries Freund sind die Folge der nicht bewiesenen Schuld.

Seeberg kämft als Löwenmutter und Buch auf der Seite des Rechts. So wie er Recht versteht und auslegt.

Irgendwie kann man oder will man diesem Film nicht glauben. Allzu viel Willkür, Verhöre mit Foltermethoden wie in den USA, die Anpassung Deutschlands an die wachsende Terrorgefahr in die falsche Richtung und die Zerstörung unschuldiger Leben.

Einzig nachvollziehbar ist im letzten Drittel die Position der Mutter. Das man allerdings als Richterin (auch unter dem Radar) plötzlich an einen falschen Rotkreuz-Ausweis kommt und einfach in ein polnisches Gefängnis marschiert, ist wenig glaubhaft. 

Schon die Auswahl der Schauspieler zeigt leider von Beginn an zu stark die Richtung in die UNTERM RADAR tendiert: Einerseits die fragil wirkende Richterin, dann BKA-Buch, ein Mann wie ein Bär, der Emporkömmling und Karrierist König, hyperaktiv scheinend, dazu die Staatssekretärin, mehr Macht ausstrahlend als sie hat.

Es liegt nicht an den Schauspielern sondern daran, dass man sie genau so für ihre Rollen ausgesucht hat und dass man ihnen alleine schon durch die Auswahl die Hälfte der Dialoge hätte ersparen könnte. Schwarz ist in diesem Film zu schwarz, und weiss zu weiss, ein paar Grautöne, sprich Nuancen, hätten ihm gut getan.

Elke Seeberg - Christiane Paul
Heinrich Buch - Heino Ferch
Ulla Bittner - Inka Friedrich
Tom Henskind - Matthias Matschke
Richard König - Fabian Hinrichs
Leila Onger - Carolina Vera
Ferdinand Hochheim - Hans-Werner Meyer
Nina - Lara Mandoki
Marie Seeberg - Linn Reusse
Valerie Palmen - Kirsten Block
Johannes - Mirko Lang
Verena Schmidt - Marie-Kristin Boese
und andere

Kamera: Sten Mende
Buch: Henriette Buegger
Regie: Elmar Fischer

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Hinweis: Nur ein Mitglied dieses Blogs kann Kommentare posten.