Freitag, 30. Oktober 2015

STRALSUND Es ist nie vorbei - Samstags-Krimi im ZDF

© ZDF und GORDON Photographie
Tv-Tipp / TV-Kritik von Liane Liebenrath

Am Samstag (31.10.15) zeigt das ZDF um 20:15 Uhr wieder eine Folge von "STRALSUND Es ist nie vorbei"

Der Besitzer einer Tankstelle wird nachts mit fünf Schüssen von einer jungen Frau erschossen. Raubmord kann nach der Videoaufzeichnung definitiv ausgeschlossen werden, es ging um die Tötung des Mannes, die Täterin fuhr nach der Tat mit ihrem Motorroller von der Tankstelle weg. Die Bilder der Überwachungskamera zeigen eindeutig die Täterin: Lisa Becker, vor Jahren wegen Mordes an Nina Petersens (Katharina Wackernagel) Chefin verurteilt.

Lisa Becker sollte jedoch zu diesem Zeitpunkt in einer Haftanstalt sein. Rasch stellt sich heraus, dass sie seit einem Tag flüchtig ist. Während eines Arztbesuchs wegen vorgetäuschter akuter Schmerzen, konnte sie ihre Bewacher abschütteln und ist seither auf der Flucht. Seit fünf Jahren ist Lisa Becker inhaftiert wegen einer Geiselnahme, bei der die Vorgängerin von Hauptkommissar Karl Hidde (Alexander Held) eine der Geiseln war und von Becker erschossen wurde. Becker wollte damals 2 Millionen Euro und außerdem die Feilassung ihres Freundes Michael Broder aus der Haft erwirken.

Mit Hilfe der Psychologin Martina Görges, die Lisa bei ihrer Rehabilitation begleiten sollte, versuchen Petersen und Hidde nachzuvollziehen, wohin es Lisa Becker getrieben haben könnte, welche Hintergründe es für ihre Flucht, genau einen Tag vor der Entlassung von Michael Broder aus der Haft, gegeben haben könnte und ob sie Komplizen hatte.

Trotz guter Besetzung weist STRALSUND, in seiner siebten Folge "Es ist nie vorbei", wesentliche Längen auf, die beinahe unüberbrückbar sind. Die Familienverhältnisse der Protagonisten werden überdeutlich ausgearbeitet, Klischees werden zu Hauf bedient, egal ob es zwischenmenschliche Beziehungen in positiver oder negativer Hinsicht oder zum Beispiel das Verhältnis der Polizeikollegen untereinander betrifft. Alte Familienverhältnisse werden ausgegraben, Eskalation wird immer dann eingebaut, wenn man droht endgültig einzuschlafen.

Die Grundfrage, die hier thematisiert wird ist: Wer ist Opfer und wer Täter? Warum wird ein Opfer zum Täter, wie weit ist man, wenn man schon verletzt ist, auch manipulierbar? Trotz guter schauspielerischer Leistungen leider viel zu vorhersehbar.

Regie - Christine Hartmann
Buch - Martin Eigler und Sven Poser
Kamera - Andreas Doub
Musik - Oliver Kranz
Szenenbild - Ruth Barbara Wilbert
Ton - Christoph Köpf

Produktion Network Movie, Film- und Fernsehproduktion GmbH & Co. KG, Köln

Produzent Wolfgang Cimera
Producer Andi Wecker, Nina Güde
Länge 88:33 Minuten

Rollen / Darsteller 
Nina Petersen: Katharina Wackernagel
Karl Hidde: Alexander Held
Gregor Meyer: Michael Rotschopf
Max Morolf: Wanja Mues
Techniker Stein: Andreas Schröders
Lisa Becker: Bernadette Heerwagen
Michael Broder: Harald Schrott
Martina Görges: Jasmin Gerat
Vater Görgens Peter Prager
Petra Becker: Claudia Rieschel
Direktorin: Katharina Schütz
Erich Köhler: Andreas Euler
Wirtin Judith: Gromek Adelheid Kleineidam
Wirt Robert: Gromek Herbert Trattnigg
Streifenbeamter: Jakob Benkhofer
und andere

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