Donnerstag, 17. September 2015

BRANDMAL - 3. Jan Fabel-Thriller von Russel Craig in der ARD zu sehen

© ARD Degeto/Tivoli Film/Georges Pauly
TV-Tipp/TV-Kritik von Liane Liebenrath

Am Samstag (19.09.15) zeigt die ARD um 20:15 Uhr im Ersten BRANDMAL, einen Jan Fabel-Thriller nach einem Buch von Russel Craig.

Nach BLUTADLER und WOLFSFÄHRTE ist BRANDMAL die dritte deutschsprachige Verfilmung eines Thrillers des schottischen Autors. Jan Fabel (Peter Lohmeyer), Kriminalhauptkommissar in Hamburg, bekommt es diesmal mit der linken Szene zu tun, mehr aus der Vergangenheit heraus als in der Gegenwart.

Der erste Tote ist der bekannte Liedermacher Hans Joachim Hauser, in den 80er Jahren die Stimme der Linken. Er wird mit roter Farbe besprüht, skalpiert und getötet und der Skalp als Trophäe mitgenommen. Dazu wird eine Strähne roter Haare an die Fensterscheibe geklebt, die (wie sich herausstellt) bereits vor gut 20 Jahren von einem Mann abgeschnitten worden waren.

Das zweite Opfer, ein Wissenschaftler, meldet sich ängstlich bei der Polizei, ahnend dass er der Nächste sein wird, doch beim Eintreffen von Fabel und seiner Kollegin Maria Klee (Lisa Maria Potthoff) ist es bereits zu spät.

Fabel macht bei seinen Nachforschungen Bekanntschaft mit Beate Brandt (Charlotte Schwab), die einige Defizite bei Fabel ortet und der außerdem etwas für seinen „Körper-Geist-Flow“ tun sollte. 

Unbeeindruckt von ihrer derzeitigen Alles-in-Weiss-Phase, konfrontiert Fabel sie mit ihrer linken Vergangenheit, in der es eindeutig nicht so weiß zugegangen ist.  Brandt gehört zu den vom Mörder bedrohten Personen, die alle zum damaligen Gefolge des „roten Franz“, Franz Mühlhaus, zählten.

Bei seinen Einsätzen muss der Kommissar künftig auf seine Kollegin Maria verzichten, sie leidet unter Panikattacken seitdem sie im Dienst niedergestochen wurde und beinahe zu Tode kam. 

Doch wie kann es sein dass damals Mühlhaus auf einem Bahnhof gestellt und bei der Verhaftung erschossen wurde, der Rest der Gruppe aber nie aufgedeckt wurde, obwohl die Mitglieder eindeutig bekannt waren? Die Gruppe Mühlhaus war immerhin eine Gruppe von Linksaktivisten, die zu Terroristen wurden und ein Mordattentat auf offener Strasse begangen hatten. 

Als eine Liste der damaligen Gruppenmitglieder erstellt wird, ist sie das Who is Who der heutigen Politszene...

BRANDMAL ist ein dichter Thriller, verstärkt durch effektvolle Kameraführung und spannende Bildausschnitte. Nahaufnahmen, Farben und Dialoge sind eindrucksvoll zusammengesetzt, dazu Schauspieler, die sich mit ihren Rollen identifizieren. 

Jan Fabel als Vater von Gabi (Luise Aschenbrenner), die ihm zu entgleiten droht, während sie für zwei Wochen bei ihm wohnt, seine Beziehung, die bis in die Arbeitsstelle hineinreicht und die Rücksichtnahme auf Kollegin Maria, die aber doch ihre Grenzen hat. Ergänzt durch eine Gruppe Linksaktivisten, die sehr realistisch darstellen wie man 30 Jahre später noch mit der Vergangenheit nicht abschließen kann, jedenfalls nicht mit einer solchen Scharte im Leben. Eine spannende Thriller-Mischung mit einem starken Ende.

Russel Craig, Autor, war selbst Polizist. Warum ein Schotte Thriller schreibt, die in Deutschland spielen, erklärt sich durch seine Zeit in Norddeutschland. Er spricht selbst fließend Deutsch.

Jan Fabel - Peter Lohmeyer 
Maria Klee - Lisa Maria Potthoff 
Susanne Eckhardt - Marie-Lou Sellem 
Anna Wolf - Ina Paule Klink 
Frank Grueber - Hannes Wegener 
Volker Voss - Jürgen Schornagel 
Gabi Fabel - Luise Aschenbrenner 
Thomas Brandt - Godehard Giese 
Beate Brandt - Charlotte Schwab 
Franz Mühlhaus - Daniel Lommatzsch 
Gunther Griebel - Axel Wandtke 
Paul Menge - Peter Kremer 
Hans Schreiber - Thomas Kügel 
Müller-Voigt - Hannes Hellmann 
Ingrid Fischbach - Anna Grisebach 
u.a.

Regie: Nicolai Rohde
Drehbuch: Nils Willbrandt, Nils-Morten Osburg nach dem gleichnamigen Roman von Craig Russell 

Musik: Johannes Kobilke 
Herstellungsleitung Alfred Strobl, Kirsten Frehse (ARD Degeto)
Produzenten Thomas Hroch, Gerald Podgornig

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