Freitag, 3. Juli 2015

STRANDGUT - Ein bisschen viel von allem

Krimi-Rezension von Roswitha Meidl

STRANDGUT beginnt 1967 in der Normandie in Deauville, als die Hauptattraktion der Region, das Kasino, keine Prominenten mehr anlockt, aber noch immer geöffnet ist und der Croupier Antoine ermordet wird.

In der Gegenwart geht es weiter, als der Personenschützer Nicolas seinen Schützling, den französischen Minister, mitten bei den Filmfestspielen in Cannes durch eine Ungeschicktheit schwer verletzt. Damit er niemandem mehr in die Quere kommt, wird Nicolas nach Deauville geschickt, um einen politischen Gipfel als Sicherheitsberater vorzubereiten. 

Bei seinen Kollegen unbeliebt, von Visionen seiner vor drei Jahren verschwundenen Freundin verfolgt, hat er kein leichtes Leben in Deauville.

Dazu kommt, dass es mehrere Morddrohungen gegen den Minister gibt, eine abgehackte Hand am Strand angeschwemmt wird, und ein Fotograf, der seit mehreren Jahren in Deauville lebt, seit einigen Tagen von einem Schiff spurlos verschwunden ist.

Eine Leiche wird dann auch am Strand gefunden, allerdings nicht der Fotograf, sondern der Portier des Hotel Royal, der am Vorabend entlassen worden war. Die erste Leiche für Polizeipraktikantin Claire, die sich auf eigene Faust auf das Schiff begibt, von dem der Fotograf spurlos verschwunden war.  Dort auf See ist sie jetzt dem Kapitän ausgeliefert.

Scheinbar endlos, selbst für  Liebhaber frankophiler Krimis, ist STRANDGUT, der erste Roman des Politjournalisten Benjamin Cors. Was sicher gut gemeint war, nämlich die Liebe zu Frankreich in Worte zu kleiden und dazu noch spannende Inhalte zu transportieren, hier ist es doch etwas zu viel des Guten geraten. 

Zwischen Actionfilm und französischer Küche (dazwischen verwirrt herumirrend der Personenschützer, von dem man sich fragen muss, wieso er noch seinen Dienst versehen kann, wenn er dazu offensichtlich nicht in der Lage ist) will so recht keine Spannung aufkommen. 

Französisches Lebensgefühl kann jedoch nicht richtig entstehen weil STRANDGUT immer wieder von dramatischen, unglaubwürdigen Situationen durchsetzt ist. 

So muss man leider sagen, man hat bei diesem Erstling Benjamin Cors eine Überdosis von so vielen Komponenten erwischt, dass die kriminalistische Bouillabaisse nicht so recht schmecken mag.

STRANDGUT
Autor: Benjamin Cors
Format: Taschenbuch
Seitenzahl: 432
Verlag: dtv
Preis: 16,90 €
eBook-Version: 14,99€

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