Samstag, 11. Juli 2015

EISIGE SCHWESTERN - Familiendrama mit blassen Charakteren in schöner Landschaft

Krimi-Rezension von Jürgen Edelmayer

Ein Jahr nachdem die sechsjährige Lydia durch einen tragischen Unfall ums Leben kam, sind ihre Eltern Sarah und Angus psychisch am Ende. Um neu anzufangen, ziehen sie zusammen mit Lydias Zwillingsschwester Kirstie auf eine atemberaubend schöne Privatinsel der schottischen Hebriden. 

Doch auch hier finden sie keine Ruhe. Kirstie behauptet steif und fest, sie sei in Wirklichkeit Lydia, die Eltern hätten den falschen Zwilling beerdigt. 

Bald hüllen Winternebel die Insel ein, Angus ist beruflich oft abwesend, und bei Sarah schleicht sich das unheimliche Gefühl ein, etwas stimme nicht. Zunehmend fragt sie sich, welches ihrer Mädchen lebt. Als ein heftiger Sturm aufzieht, sind Sarah und Kirstie komplett isoliert und den Geistern der Vergangenheit ausgeliefert (Verlagsinfo).

EISIGE SCHWESTERN war für mich eine herbe Enttäuschung. Am interessantesten fand ich noch die reizvollen Landschaftsbeschreibungen. Die sind, um etwas Positives zu sagen, tatsächlich gelungen. 

Die Charaktere blieben leblos und ihr Handeln schien mir oft nicht nachvollziehbar. Ich hatte zu keiner Zeit das Gefühl einen Psychothriller zu lesen. 

Stattdessen glaubte ich es mit einem Familiendrama zu tun zu haben, dessen Geschichte bei mir leider keinerlei Interesse wecken konnte. Daran konnten auch die gelegentlichen Wechsel der Erzählperspektive nichts ändern, die m.E. weder für Spannung sorgten noch auf andere Weise der Handlung dienlich waren. 

Auch die Auflösung dieses Dramas vermochte mich nicht mit dem Buch zu versöhnen. Zwar ist sie schlüssig, aber vorhersehbar und kommt dazu etwas plötzlich. 

Autor: S.K. Tremanye
Format: Taschenbuch
Seitenzahl: 400
Verlag: Knaur Verlag
Übersetzung: Susanne Wallbaum
EUR 14,99
eBook-Version: 12,99 €

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