Sonntag, 10. Mai 2015

KILLING LESSONS - Derbe Sprache und eine Ermittlerin mit Alkohol-Problem

Krimi-Rezension von Biggi Friedrichs

Ein psychopathischer Serienkiller und sein brutaler Helfer machen den Westen der USA unsicher. Scheinbar wahllos ermorden sie Menschen, offenbar um ihren Opfern bestialische KILLING LESSONS zu erteilen. Als sie in den verschneiten Bergen von Colorado erneut zuschlagen, ist dies bereits ihr siebtes Opfer.

Ein zehnjähriges Mädchen kann mit knapper Not entkommen und findet Zuflucht bei einem alten Schriftsteller, der sich in eine einsame Hütte im Wald zurückgezogen hat. Beiden ist klar, dass die Täter sie früher oder später aufspüren werden.

Detective Valerie Hart vom San Francisco Police Department ist auf den Fall angesetzt. Und sie hat nur eine Chance: Sie muss die Handschrift des Killers lesen lernen ... Verlagsinfo

Der Anfang des Buches ist spannend, brutal und blutig. Eine Familie, die ihre Ferien in ihrem etwas abseits gelegenen Ferienhaus verbringen möchte, wird von zwei Psychopathen überfallen. Nell, das zehnjährige Mädchen, kann den Männern entkommen. 

Valerie Hart, DC beim SF Police Department ermittelt in dem Fall. Sie hat mit privaten Problemen zu kämpfen, versucht diese mit Alkohol zu lindern, was ihr natürlich nicht gelingt. Ihre letzte Beziehung ist drei Jahre her und nun kehrt der Mann, den sie nicht vergessen konnte, nach San Francisco ins Police Department zurück.

Kurze Kapitel und verschiedene Erzählstränge bringen das Geschehen u. a. aus der Sicht der Opfer, der Täter, der Ermittlerin und von Nell nahe.

Der Klappentext klingt nach einem rasanten Thriller. Der Anfang ließ auch darauf hoffen. Doch schon nach wenigen Kapiteln konnte dieser Thriller überhaupt nicht halten, was er verspricht.

Die Sprache ist ziemlich derb, auf jeder 2. Seite kommt das Wort Sch ... vor. Nicht nur die beiden Psychopathen benutzen eine recht einfache Sprache, das wäre ja noch ok. Leider ist das Sprachniveau der Ermittlerin auch nicht höher.

Einzelne Szenen sind brutal und nüchtern beschrieben, dann folgt ein totaler Gegensatz. Der Autor Saul Black bringt die Gedankengänge sämtlicher Protagonisten bis ins kleinste Detail zu Papier. Es wird philosophiert, nachgedacht, sinniert, so dass der Handlung jegliche Spannung genommen wird. 

Dabei verwendet Saul Black gerne Schachtelsätze und setzt viele Nebensätze auch noch in Klammern. Mir hat dieser Erzählstil überhaupt nicht gefallen. Hinzu kommt, dass manche Einfälle der Ermittlerin nicht ganz logisch nachvollziehbar sind. Es ist schon sehr verwunderlich, dass sie die genaue Reifenmarke an einem Abdruck erkennen kann.

Zum Ende hin kommt wieder etwas Spannung und Tempo auf. Aber das rettet diesen Thriller nicht. Er ist viel zu langatmig erzählt und eine Ermittlerin mit Alkoholproblemen langweilt auch einfach nur noch.
Autor: Saul Black
Format: Taschenbuch
Seitenzahl: 512
Verlag: Knaur
Übersetzung: Christine Gaspard
Preis: 9,99 €
eBook-Version: 9,99 €

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