Freitag, 1. Mai 2015

DAMENOPFER - Politisches Ränkespiel in Frankfurt

Krimi-Rezension von Jörg Völker

Kriminaldirektorin Katharina Klein und ihr Team stehen schwitzend in der Sonne, während die Frankfurter Prominenz um sie herum Reden zur Eröffnung der Sonderermittlungseinheit schwingt. Plötzlich schießt sich Justizminister Jan-Ole Vogel vor aller Augen in den Kopf. 

Die neue Polizeieinheit hat ihren ersten spektakulären Fall. Die Ermittlungen führen Katharina Klein und Andreas Amendt tief in den Intrigensumpf der hessischen Landespolitik. Verlagsinfo

DAMENOPFER, 4. Teil der „Katharina-Klein-Reihe“, kann ohne Kenntnis der Vorgänger-Romane gelesen werden, denn alle für die Handlung wesentlichen Personen sind hier genügend charakterisiert bzw. ausführlich eingeführt. Katharinas Vergangenheit spielt keine so große Rolle, die Liebesgeschichte zwischen ihr und Andreas läuft ungeklärt weiter.

Der Paukenschlag, mit dem die Geschichte beginnt, Jan-Ole Vogels Freitod vor laufender Kamera und in aller Öffentlichkeit, löst komplizierte Ermittlungen aus, die beherrschendes Thema sind und bleiben. 

Vor allem politische Ränkespiele beeinflussen die Polizeiarbeit über Gebühr bzw. verwirren sie. Bewußt unklar gehaltene Zuständigkeiten behindern die dringend notwendige schnelle Aufklärungsarbeit. So können wertvolle Beweise beiseite geschafft werden. Zusätzlich werden die Ermittler, allen voran Katharina und Andreas, in einer regelrechten Medienkampagne angeprangert und sogar bloßgestellt, was u.a. den Verdacht eines Maulwurfs erweckt!

Persönliche Meinung:
4 **** (von 5 möglichen)

Der Plot ist geschickt und spannend entwickelt. Die vorgestellte Fiktion entspricht zwar nicht der Wirklichkeit, aber in Hessen sind schon öfter politische Skandale geschehen, in denen die normale Polizeiarbeit stark beeinträchtigt worden ist. Man denke nur an die Mobbingvorwürfe gegen die Präsidentin des LKA, Sabine Thurau, aus ihrer Frankfurter Tätigkeit oder an den Frankfurter Polizeivizepräsidenten Wolfgang Daschner, der einem Kindesentführer Gewalt androhen ließ währen der Ermittlungen.

Der Kriminalroman fesselt den Leser nicht nur, sondern kann ihn unter diesen Gesichtspunkten auch zum Nachdenken anregen.

Kleinere Einschränkungen sind zu machen, weil der Autor Helmut Barz leider einige Schwächen bei der Charakterisierung der Personen hat und im übrigen - für meinen Geschmack - immer noch von der Vergangenheit Katharinas zu stark „gefangen“ bleibt.

Autor: Helmut Barz
Format: Taschenbuch
Seitenzahl: 408
Verlag: Sutton Verlag
Preis: 12,99 €
eBook-Version: ?  €

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